Vorerst kein Brexit-Chaos im Hafen von Zeebrügge

Trotz des zum Jahreswechsel definitiv vollzogenen Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union ist ein Chaos am für den Export und Import zwischen der EU und England wichtigen Hafen von Zeebrügge ausgeblieben. Dies hatte Hafen-CEO Tom Hautekiet im Vorfeld bereits erwartet. Offenbar haben sich viele britische Unternehmen und Handelskonzerne vor dem Jahreswechsel mit Waren, Gütern und sonstigem versorgt.

Derzeit läuft der Verkehr Richtung Großbritannien in Zeebrügge nur zu etwa 30 % des normalen Güter- und LKW-Aufkommens in einem Januar-Monat. Die vor und im Hafen neu angelegten Wartezonen für Lastwagen aus ganz Europa, die in Richtung Fähre nach Großbritannien fahren bzw. die auf die Regelung ihrer ab jetzt erforderlichen neuen Zollformalitäten warten, sind bei weitem nicht ausgeschöpft. 

Das ist für die Hafenbehörde nicht wirklich überraschend, wie Hafen-CEO Tom Hautekiet erklärte: „Wir haben nach dem Hochdruck im November und im Dezember einen ruhigen Jahresbeginn 2021 erwartet. Die Unternehmen haben ihre Lager vor dem Brexit stark aufgefüllt, weil es noch so viele Unklarheiten gab. Jetzt werden zuerst die Vorräte und Lagerbestände abgebaut.“

Inzwischen können die Mitarbeiter der Hafenbehörde von Zeebrügge in aller Ruhe alle die für den Brexit neu eingeführten und erforderlichen Systeme ausprobieren: „Alles verläuft schnell und die Systeme arbeiten gut. Der größte Teil der Lastwagenfahrer ist auch auf die Änderungen vorbereitet. Nur wenige verfügten nicht über die richtigen Papiere.“

Im Hafen geht man noch von einer ruhigen Woche aus und erst in einigen Wochen wird sich wohl nach und nach der hier gewohnte Verkehr wieder einstellen. Große Probleme werden aber nicht mehr erwartet. Auf der anderen Seite des Ärmelkanals in den britischen Häfen sieht die Sache ebenfalls nicht mehr so chaotisch aus, wie befürchtet. Nur Corona gießt hier noch Öl aufs Feuer. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten