2020 war ein Spitzenjahr für die Solar- und die Windenergie in Belgien

Im vergangenen Jahr konnte in Belgien ein Drittel mehr nachhaltige Elektrizität aus nachhaltigen Quellen, wie Wind- und Sonnenenergie, gewonnen werden. Dies ist aus Zahlen des Betreibers des belgischen Hochspannungsnetzes Elia ersichtlich. Fast ein Fünftel des in Belgien verbrauchten Stroms wurde 2020 aus erneuerbaren und nachhaltigen Quellen gewonnen.

2020 konnte die Stromgewinnung aus Sonnen- und Windenergie in Belgien deutlich gesteigert werden. 2019 wurden aus diesen Quellen 11,5 Terrawatt-Stunden erzielt werden und letztes Jahr waren dies 15,1 Terrawatt-Stunden. Nach Angaben von Hochspannungsnetz-Betreiber Elia standen diese Quellen letztes Jahr für 18,6 % der gesamten Stromgewinnung in unserem Land.

Elia-Sprecherin Marie-Laure Vanwanseele sagte gegenüber VRT NWS, dass dies teilweise auf eine höhere Kapazität zurückzuführen sei: „Wir haben zwei neue Windparks in der Nordsee anschließen können und auch an Land sind Windräder hinzugekommen. Auch die Zahl der Solaranlagen hat zugenommen.“

Nicht zuletzt sorgte auch das Wetter letztes Jahr für mehr Energiegewinnung aus Wind und Sonne, so Vanwanseele: „Das sorgt dafür, dass man dann recht schnell hohe Produktionszahlen für erneuerbare Energie erreichen kann.“ 

Weniger Kernenergie

Dass letztes Jahr mehr Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden konnte, kommt laut Elia der allgemeinen Energiegewinnung entgegen. Letztes Jahr produzierten die belgischen Kernkraftwerke rund 10 Terrawatt-Stunden weniger Elektrizität als 2019. Das bedeutet, dass der Anteil der Kernenergie in unserem Land bei nur noch knapp 40 % liegt.

„Das hat auch mit der Tatsache zu tun, dass einige geplante und einige ungeplante Revisionen anstanden. Deshalb mussten Reaktoren zeitweise außer Betrieb gesetzt werden. Doch in solchen Fällen haben wir stets Stromimporte nötig. Das Seltsame am vergangenen Jahr ist, dass das nicht der Fall war. Import und Export lagen mehr oder weniger im Gleichgewicht“, so Elia-Sprecherin Marie-Laure Vanwanseele. Diese Entwicklung ist ebenfalls auf den gesteigerten Anteil an erneuerbarer Energie zurückzuführen.

Weniger Verbrauch - niedrigere Preise

Die Corona-Krise hat aber ebenfalls ihren Anteil daran. Vor allem während des ersten Lockdowns zwischen März und Juni 2020 wurde in Belgien deutlich weniger Strom verbraucht: „Unser Stromverbrauch ist dieses Jahr um 7 % im Vergleich zum durchschnittlichen Verbrauch in den letzten 5 Jahren 2020 gesunken. In der Periode des ersten Lockdowns beobachteten wir einen Verbrauchsrückgang um 25 %.“

Das wiederum sorgte dafür, dass die Preise für Elektrizität an den Strommärkten im Bereich des sogenannten „kurzfristigen Marktes“ 2020 enorm niedrig waren. Im Durchschnitt wurde nur 31,9 € pro Megawatt-Stunde bezahlt. 2019 lag dieser Durchschnittspreis noch bei fast 40 €. Laut Elia wurde letztes Jahr so wenig für eine Megawatt-Stunde gezahlt, wie seit 10 Jahren nicht mehr. 

Einige für Belgien rekordverdächtige Zahlen

-      11. Mai 2020: 3.196 MW Strom aus Windkraftanlagen und 2.628 MW aus Solaranlagen;

-      26. Dezember 2020: 3,8 GW Energie aus Windkraft;

-      Mai 2020: 682 GWh Energie aus Solarenergie;

-      2020: Während 119 Stunden bzw. fast 5 ganzen Tagen kam mehr als die Hälfte des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen (Vergleich zu 2019: 8 Stunden…).  

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