Brügge

Keine Touristen in Sicht, dafür haben die Kutschpferde in Brügge und Brüssel 50 Kilo mehr auf den Rippen

Seit Mitte Oktober und dem zweiten Lockdown sind die Pferdekutscher, die normalerweise Touristen durch die Innenstadt von Brügge und Brüssel fahren, arbeitslos. Nicht anders ergeht es ihren Pferden. Diese haben im Schnitt 50 Kilo zugenommen und an Muskelmasse verloren, verriet ein Kutscher. 

Kutscher Thibaut Dentine aus Wezembeek-Oppem, in der Nähe von Brüssel, wartet auf die Lockerung der Corona-Maßnahmen und die Rückkehr der Touristen in die belgische Hauptstadt. "Wir haben Mitte Oktober aufgehört zu arbeiten. Seitdem grasen meine Pferde auf einer großen Wiese in Diegem.”  Das größte Problem seien nicht so sehr die überzähligen Kilos, die die Arbeitspferde jetzt auf die Waage bringen, sondern die Muskelmasse, die sie verlieren, sagte Thibaut Dentine im Regionalrundfunk Radio 2 Flämisch Brabant.  

In all den Jahren hätten sich seine Pferde kaum verändert. Wenn sie aber nicht mehr durch die Hauptstadt trotten und eine Kutsche ziehen, verlieren sie ihren athletischen und muskulösen Körperbau, stellt Dentine fest. Deswegen hofft der Pferdekutscher, dass es für seine Pferde bald wieder losgeht. Aber dafür müssen erst die Touristen zurückkommen. 

Brüssel

“Es wäre schön, wenn die Brüsseler und die Leute aus Flämisch Brabant - und eigentlich alle Flamen - öfters die Hauptstadt besuchen und eine Kutschfahrt durch unsere schöne historische Stadt machen würden”, appelliert Thibaut Dentine an die Einheimischen für die Zeit nach Corona. 

Auch in Brügge sind Pferde und Kutscher vorübergehend arbeitslos. “Obwohl wir ihr Futter umgestellt haben, sind sie dicker geworden und haben im Durchschnitt 50 Kilo zugenommen", sagt Mark Wentein, Kutscher in Brügge. "Pferde wiegen 500 bis 600 Kilo. Sie haben also 10 % ihres Körpergewichts zugenommen hat.” 

Wegen des kalten Winterwetters sind die Pferde jetzt öfters im Stall als draußen auf der Wiese. Sie bewegen sich also nicht genug. "Wir setzen die Pferde auf Diät: Trocken- und Rohfutter, Heu, viel Wasser und wenig Eiweiß. Aber dicker sind sie trotzdem geworden. Wenn alles nichts hilft, gibt’s bald nur noch Häcksel für die Brügger Kutschpferde.  

Wie sein Brüsseler Kollege hofft auch Mark Wentein, dass bald wieder Touristen Brügge besuchen und auch eine Kutschfahrt durch die Stadt zu machen. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten