Vandenbroucke will mehr testen und weitere 10 Mio. Impfdosen von Pfizer-BionNTec bestellen

Der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A) will die Zahl der Corona-Tests erhöhen. Wegen der Weihnachtsferien und Feiertage wurden 25 bis 30 % weniger Tests abgenommen. Im TV-Programm De zevende dag sagte der Minister auch, dass er ein spezifisches Testsystem für abweichende Testergebnisse einrichten will, um die Verbreitung von Virus-Mutationen zu verhindern. Darüber hinaus gab er bekannt, weitere 10 Millionen Impfdosen von Pfizer-BioNTec für Belgien zu bestellen. 

Die durchschnittliche Anzahl der Corona-Infektionen pro Tag ist seit zwei Tagen in Folge gestiegen (um 11 Prozent auf 1.777 Infektionen). In den letzten Tagen wurden auch mehr Tests als während des Jahreswechsels durchgeführt, sodass die durchschnittliche Anzahl Tests pro Tag wieder auf 33.400 Tests gestiegen ist (eine Steigerung von 27 Prozent). 

Aber es geht noch besser, meint Gesundheitsminister Vandenbroucke: “Wir müssen mehr testen”, ruft Vandenbroucke die Bevölkerung auf: “Wer sich ein bisschen krank fühlt oder hustet, sollte sich sofort testen lassen." 

Vandenbroucke hat auch die Wissenschaftler Herman Goossens (Mikrobiologe an der UAntwerp), Karine Moykens (Leiterin des Interföderalen Komitees Testen und Tracing) und Frank Robben (Entwickler der Corona-App) gebeten, ein neues gründlicheres Testsystem für abweichende Proben auszuarbeiten: “Man kann das abweichende Ergebnis bereits beim PCR-Test feststellen. Personen mit einem abweichenden positiven Ergebnis müssen sofort kontaktiert und das Gesundheitsamt muss eingeschaltet werden.”  

Frank Vandenbroucke betonte am Sonntagmorgen, dass Tag und Nacht daran gearbeitet wird, die Corona-Situation unter Kontrolle zu halten. 

Von den 300 Millionen Impfdosen, die die EU bei Pfizer/BioNTec bestellt hat, sollen zehn Millionen an Belgien gehen

Die Europäische Union hat sich diese Woche auf eine zusätzliche Bestellung von 300 Millionen Impfdosen von Pfizer/BioNTech geeinigt. Verhandlungen darüber, welches Land wie viel bekommt, werden folgen.

"Wir fordern einen fairen Anteil", erklärte Gesundheitsminister Vandenbroucke: "Wenn Pfizer insgesamt 600 Millionen Dosen an Europa liefert, haben die Belgier Anrecht auf rund 15 Millionen. Fünf Millionen wurden bereits bestellt und zugesichert. Wir brauchen weitere zehn Millionen und würden es vorziehen, sie größtenteils im zweiten Quartal (April, Mai, Juni) zu bekommen. Dann können wir die Impfung beschleunigen.” Aber das Timing ist schwer vorauszusagen und muss mit dem Hersteller besprochen werden.” 

Die schnellere Impfung der nicht gefährdeten Bevölkerung ab Juni ist nur möglich, wenn alles gut geht, betonte Vandenbroucke: “Wir können auch Rückschläge haben, zum Beispiel mit AstraZeneca oder anderen Impfstoffen. Wir werden diese Impfkampagne kontinuierlich anpassen müssen." 

Die nächste Sitzung des Konzertierungskomitees aus Regierungen und Gesundheitsexperten ist für Freitag, den 22. Januar geplant. "Wenn Lockerungen möglich sind, werden die Friseure die erste Gruppe sein, die wieder öffnen darf. Aber das hängt von den Entwicklungen der Corona-Zahlen in den nächsten zwei Wochen ab", sagte Vandenbroucke. 

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