Januar 2018: Springflut an der Schelde in Antwerpen
BELGA/WAEM

Ist der "Sigma-Plan", der Flandern gegen Überflutungen schützen soll, bereits überholt?

Der „Sigma-Plan“, der Flandern vor Überschwemmungen z.B. aus der Schelde oder aus deren Nebenflüssen schützen soll, sei auf veralteten Modellen rund um den Anstieg der Meeresspiegel aufgebaut und damit längst überholt. Dies sagte die flämische Landesabgeordnete Mieke Schauvliege von den Grünen Groen auf Basis einer schriftlichen dahingehenden Antwort von Flanderns Landesministerin für öffentliche Arbeiten, die flämische Liberale Lydia Peeters (Open VLD). 

Der aktualisierte „Sigma-Plan“ geht grundsätzlich von einem durchschnittlichen Anstieg der Meeresspiegel um 60 cm im Jahr 2100 im Vergleich zum Jahr 2000, ließ Ministerin Peeters schriftlich mitteilte. Da in diesem Zeitraum auch der Tidenhub steigt (die sogenannte Amplitude der Gezeiten), führt dies zu einer Zunahme der Sturmfluten um 90 cm. 

Analysen mit einem Szenario, das von einem Anstieg der Meeresspiegel um 120 cm ausging, haben zur Andeutung von 5 zusätzlichen Auen- bzw. Überflutungsgebieten geführt, doch die Arbeiten dazu beginnen laut „Sigma-Plan“ erst ab etwa 2030. Nach Mitteilung der zuständigen Landesministerin legen aktuelle Pläne vor, den Bestand des „Sigma-Plans“ gegen die Klimaerwärmung zu analysieren und zu evaluieren.

Doch die flämischen Grünen sind der Ansicht, dass die flämische Landesregierung diesem Thema zu wenig Priorität einräumt, wie Landtagsabgeordnete Schauvliege meint: „Der ‚Sigma-Plan‘ geht von einem Anstieg der Meeresspiegel um 60 cm gegen 2100 aus, während der Klimaplan der Vereinten Nationen bereits jetzt von einem Anstieg um mindestens 1 m ausgeht.“

Überdies habe der Plan in Flandern bereits Verspätung, was aber bereits hinlänglich bekannt sei. Das alles weise darauf hin, dass die flämische Landesregierung dem Vorhaben, Flandern vor Überflutungen zu schützen, keine Priorität eingeräumt würde, so die flämische Grüne: „Ministerin Peeters bestellte eine Anzahl an Studien, um den Bestand der Pläne gegen den Klimawandel zu analysieren und um zu bewerten, in wie fern zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen sind. Eine Studie in Auftrag zu geben, um zu untersuchen, was andere schon längst untersucht haben, beweist einmal mehr den Punkt, dass diesem Plan zu wenig Priorität eingeräumt wird.“

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