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Ein Drittel der belgischen Bevölkerung hat ausländische Wurzeln oder eine andere Nationalität

Rund ein Drittel aller Einwohner Belgiens hat ausländische Wurzeln oder eine andere Staatsangehörigkeit als die belgische. Dies ist aus den Bevölkerungserhebungen der Statistik-Agentur des belgischen Staates, Statbel, ersichtlich. Diese Behörde hat die dahingehende Entwicklung zum ersten Mal umfassend ins Bild gebracht. In den vergangenen 10 Jahren stieg die Zahl dieser Einwohner in Belgien deutlich und dieser Trend hält wohl weiter an.

Bisher behandelte Statbel die Bevölkerungsstatistik nach der Vorgabe: Man ist Belgier oder man ist kein Belgier. Dazwischen gab es nicht (viel). Doch jetzt gingen die Statistiker genauer vor und untersuchten auch die Herkunft der Belgier, womit der sogenannte „Migrationshintergrund“ von Teilen der hiesigen Bürger genauer ins Bild gerückt werden konnte. Das Ergebnis ist eigentlich wenig überraschend, denn die Diversität in Belgien liegt recht hoch und wird sich weiter in diese Richtung entwickeln.

Anfang 2021 waren 67,9 % von allen, die in Belgien wohnen, Belgier mit einem belgischen Hintergrund, sprich die Betroffenen und deren beide Eltern haben oder hatten bei der Einschreibung ins Bevölkerungsregister unseres Landes die belgische Nationalität. Das bedeutet aber auch, dass rund ein Drittel aller Einwohner unseres Landes dem nicht entspricht.

12,4 % aller derzeit in Belgien lebenden Menschen hat eine ausländische Staatsangehörigkeit und 19,7 % haben eine ausländische Herkunft. Letzteres bedeutet, dass entweder ein Elternteil oder beide Eltern bei der Einschreibung ins belgische Bevölkerungsregister einen Migrationshintergrund hatte. Die Betroffenen können aber inzwischen auch selbst Belgier (geworden) sein.

Regional unterschiedliche Diversität

Auffallend ist auch hier, dass die Diversität in Belgien regional große Unterschiede aufweist. Die Zahl der Mitbürger mit ausländischen Wurzeln ist in Flandern kleiner als in der Wallonie und erst recht gegenüber der belgischen Hauptstadt Brüssel. Hier haben mehr oder weniger ein Viertel der Bevölkerung aktuell einen „Migrationshintergrund“.

Am häufigsten stammen in Belgien lebende Personen mit ausländischen Roots oder ausländischem Pass aus Marokko. Dahinter folgen Italiener, Franzosen, Niederländer und Türken. 2019 war die Zuwanderung aus Rumänien, Marokko und Frankreich sehr hoch.

Auch hier wieder regionale Unterschiede: Die meisten Zuwanderer in Flandern kommen aus den Niederlanden, aus Marokko und aus der Türkei. In der Wallonie kommen die meisten Betroffenen aus Italien, aus Frankreich und aus Marokko. In Brüssel sieht die Reihenfolge etwas anders aus: Marokko, Frankreich und Italien. 

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