Yorick Jansens

In Antwerpen wird innovative Technologie für autonome Binnenschifffahrt getestet

Innovative Forschung, die derzeit von der Universität und dem Hafen von Antwerpen durchgeführt wird, bringt das Transportwesen einen Schritt näher an die Realisierung der unbemannten Schifffahrt. Der Schlüssel dazu sind 3D-Sonarsensoren, die auf der Basis der Wahrnehmung bzw. der Echoortung von Fledermäusen basiert. Die Binnenschifffahrt könnte der erste Bereich sein, in dem solche Systeme zur praktischen Anwendung kommen.

Die autonome Schifffahrt ist nur eines von mehreren gemeinsamen Projekten, die die Universität von Antwerpen und der Antwerper Hafen gemeinsam durchführen oder erforschen. Dazu gehört auch unbemannte Schifffahrt, genauer in einer ersten Phase die unbemannte Binnenschifffahrt. Diese würde laut einer gemeinsamen Pressemitteilung von Uni und Hafen bei einigen logistischen Problemen Lösungsansätze bieten.

Verschiedene Lösungsansätze

Man würde z.B. nicht nur allgemeine Kosten senken, sondern auch zunehmende Mobilitätsprobleme lösen und den steigenden Preisen im LKW-Transport etwas entgegensetzen. Das CoSys-Lab, eine Forschungsgruppe der Fakultät für Angewandte Ingenieurwissenschaften an der Universität Antwerpen, forscht schon, länger im Bereich innovative Sonartechnologien - auch eben im Transport- und Logistiksektor.

Fortschrittliche Technik auf Basis der Natur

Prof. Jan Steckel von CosSys-Lab ist der Ansicht, dass fortschrittliche Sensorsysteme, den rauen Bedingungen im logistischen Alltag standhalten können: „Um vollautonome Navigation zu erreichen, ist eine konstante Beobachtung der Umgebung des Schiffes äußerst wichtig“, so Steckel.

Doch Kameras können nicht immer und überall eingesetzt werden: „Wenn die Sicht wegen Dunst, Wasserspritzern, Dreck, Qualm oder Nebel schlecht ist, arbeiten sie nicht richtig.“ Sonarsensoren bleiben jedoch unter solchen Umständen weiter voll funktional und können ein verlässliches Bild der Umgebung des Schiffes liefern, heißt es dazu bei CosSys-Lab. Das Labor testet derzeit im Hafen einen 3D-Sonarsensor auf Basis von Fledermaus-ähnlicher Echolottechnologie mit 32 wasserdichten Mikrofonen.

Binnenschifffahrt konkurrenzfähiger gestalten

„2019 kamen über 42% aller Waren, die im Hafen von Antwerpen ankommen oder ihn verlassen, über Binnenwasserwege“, so Antwerpens Hafenschöffin Annick De Ridder (N-VA): „Mit anderen Worten, die Binnenschifffahrt ist wichtig, wenn wir den Zugang zu unser Stadt und unserem Hafen sicherstellen wollen. Indem wir uns auf Technologien, wie die unbemannte Navigation fokussieren, wollen wir sowohl den Marktanteil als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt weiter erhöhen.“

Binnenschiff im Hafen von Antwerpen

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