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Zahlreiche Impfzentren in Flandern - Impfbereitschaft steigt - Bald erste Impfungen mit Moderna

Während sich die Städte und Gemeinden im belgischen Bundesland Flandern mit der Errichtung von Impfzentren beschäftigen, steigt in ganz Belgien inzwischen die Impfbereitschaft. Vor Weihnachten lag sie bei 56 %, doch aktuelle Erhebungen stellen fest, dass sich derzeit 77 % der Belgier dazu bereiterklären, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Möglicherweise können in Belgien ab der kommenden Woche die ersten Menschen mit dem Impfstoff von Moderna geimpft werden. Inzwischen bereitet sich Flandern massiv auf die Impfkampagne vor.

Steigende Impfbereitschaft in Belgien

Aus den jüngsten Resultaten des Impfbarometers der Universitäten von Löwen (KU Leuven), Brüssel (ULB) und Gent (UGent) ist ersichtlich, dass in Belgien die Bereitschaft steigt, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. An der aktuellsten Umfrage nahmen rund 16.000 Menschen teil. Demnach sind heute 77 % der Bevölkerung dazu bereit oder zumindest dazu geneigt, sich impfen zu lassen. 13 % der Befragten hegten noch Zweifel und 10 % hatten noch keine Entscheidung getroffen oder bleiben zurückhaltend. Bei den über 50-Jährigen liegt die Bereitschaft, sich testen zu lassen, bei 88 %.

Bald Impfungen mit dem Vakzin von Moderna

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A) kann schon ab der kommenden Woche auch mit dem Impfstoff des US-Pharmakonzerns Moderna geimpft werden. Bisher arbeitet unser Land mit den Vakzinen von Pfizer/BioNTech. Die belgischen Gesundheitsbehörden haben bei Moderna 2 Millionen Impfdosen angekauft. Der Moderna-Impfstoff muss bei -20°C aufbewahrt werden und er verlangt zwei Impfungen mit idealerweise zwischen 14 und 28 Tagen Pause zwischen den beiden Vorgängen.

Die Transportbedingungen sind dadurch weniger kompliziert als beim Impfstoff von Pfizer/BioNTech, der bei -80°C gelagert werden muss. Nach dem Auftauen bleibt der Moderna-Impfstoff bei Kühlschranktemperatur noch 30 Tage haltbar. Die EU-Kommission hat mit Moderna einen Vertrag über die Lieferung von insgesamt 160 Millionen Dosen zwischen dem ersten und dem vierten Quartal 2021 unterzeichnet.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Vakzin von Moderna
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Impfzentren in Flandern

Inzwischen schießen die Impfzentren im belgischen Bundesland Flandern aus dem Boden - 60 bis 120 sollen es werden (siehe Fotos unten). Städte und Gemeinden richten solche Zentren mit der Hilfe von zahlreichen Unternehmen aus dem Event- und Messebausektor entweder in vorhandenen Gebäuden ein oder sie lassen Zentren errichten, wie z.B. in Antwerpen. Derzeit werden auch hier die Bewohner von Pflegeeinrichtungen geimpft und ab Februar sind die Personale der Krankenhäuser an der Reihe. Hausärzte, Bewohner und Personal von nicht-medizinischen Pflegeeinrichtungen sind ab Februar an der Reihe. Hier verlaufen die Impfaktionen über die Krankenhäuser.

Ab März müssen die Impfzentren operativ sein, denn ab dann werden die Über-65-Jährigen und die Risikopatienten geimpft. Ab April kommen die Mitarbeiter von sogenannten „essentiellen Berufen“ an die Reihe, z.B. Feuerwehren, Polizisten und Zivilschützer und vielleicht auch schon die Lehrkräfte in Schulen, Hochschulen und Unis. Der Rest der Bevölkerung ab 18 Jahre kann ab Juni auf eine Impfung hoffen, so die vorläufigen Erwartungen und Planungen.

Wie geht Flandern vor?

Jeder Einwohner von Flandern erhält eine Einladung dazu, sich impfen zu lassen. Das geschieht per briefliches Schreiben, per SMS oder per Email. Danach kann sich jeder, der sich impfen lassen will, digital oder auch telefonisch registrieren lassen. Dann bekommt er, je nach Stadt oder Gemeinde, einen Impfzeitpunkt in einem der Impfzentren zugewiesen. Bei Problemen, z.B. mit Datum oder Uhrzeit oder auch bei eingeschränkter Bewegungsfreiheit, hilft der jeweilige Corona-Impf-Helpdesk der Gemeinde. Mobile Impfzentren können bei Problemen zum Einsatz kommen.

Keiner soll sich weiter als 15 km fortbewegen müssen, um geimpft zu werden. Für die zweite Impfdosis, die bei den Vakzinen von Pfizer/BioNTech und Moderna erforderlich ist, wird genauso verfahren. Wer nicht reagiert, den kontaktiert die Gemeinde danach. Aber, die Impfung ist keine Pflicht, auch wenn Flanderns Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA), Landesgesundheitsminister Wouter Beke (CD&V) und Landesinnenminister Bart Somers (Open VLD) dazu aufrufen, sich auf jeden Fall gegen Covid-19 impfen zu lassen. „Lassen Sie sich bitte impfen, in ihre eigenen Interesse, im Interesse ihrer Familie, Freunde und Kollegen. Die Impfung wird und befreien!“, so Landeschef Jambon eindringlich. 

Jambon hofft, dass bis zum Sommer bis zu 70 % aller Flamen geimpft sind, doch ob dies gelingen kann, liegt auch an der Lieferung der zugesagten Impfdosen sowie an der entsprechenden Logistik. 

Einige Beispiele von Impfzentren in Flandern

An Antwerpen wurde neben dem Testzentrum am Park Spoor Oost auch ein riesigen Impfzentrum errichtet. Dazu wurde ein enormes Messezelt aufgebaut. In Lommel in Limburg wird die Veranstaltungshalle De Soeverein zum Impfzentrum, genauso, wie Flanders Expo in Gent, die Brabanthal in Löwen, De Brielpoort in Deinze (Ostflandern) oder auch der Messekomplex am Heizel in Brüssel. In Brügge wird eine Zeltanlage im Boudewijnpark aufgebaut und andere Zentren in Westflandern entstehen im Kursaal in Ostende und in den Messehallen XPO in Kortrijk. Viele, vor allem kleine Kommunen setzen auch auf ihre Sporthallen. 

Park Spoor Oost  in Antwerpen
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Park Spoor Oost  in Antwerpen
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Manche Impfzentren sehen aus wie Wahllokale...
Brabanthal Löwen
Kursaal Ostende
Flanderns Expo in Gent, als noch Klausuren dort geschrieben wurden...
Nicolas Maeterlinck
In den Heizel-Messehallen in Brüssel findet dieses Jahr kein Autosalon statt, doch dort wird bald gegen Corona geimpft
Febiac

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