Zehntausende Corona-Tests für systemrelevante Unternehmen in Flandern

Wichtige oder systemrelevante Unternehmen bekommen bald Schnelltests von der flämischen Landesregierung. Damit sollen Arbeitnehmer, die in essentiellen Bereichen tätig sind, nach eventuellen Risikokontakten auf Covid-19 getestet werden, so der Hintergrund dieser Maßnahme in Flandern.

In einer ersten Phase werden systemrelevante Unternehmen in Flandern mit 40.000 Corona-Schnelltests ausgestattet. Damit können rund 20.000 Arbeitnehmer in etwa 50 für Flandern essentiell wichtigen Unternehmen auf Covid-19 getestet werden, falls sie einen Risikokontakt oder gar einen Hochrisikokontakt hatten.

Profitieren von dieser Maßnahme können Betriebe z.B. aus dem Energiesektor, aus der Pharmaindustrie, aus dem Chemiebereich und auch aus der Lebensmittelindustrie in Flandern. Das sind Bereiche, die in den Augen der Landesregierung als absolut wichtig gelten.

Landesarbeits- und Wirtschaftsministerin Hilde Crevits (CD&V) ging gegenüber VRT NWS genauer auf solche Fälle ein: „Das kann zum Beispiel ein Gabelstaplerfahrer in einem Lebensmittelbetrieb sein, der frisch angelieferte Produkte in Kühlräume bringen muss. Falls so jemand einen Hochrisikokontakt hatte, kann er am ersten Tag im Unternehmen seinen Schnelltest machen. Ist der negativ, kann er weiterarbeiten. Dann erfolgt nach vier Tagen ein weiterer Schnelltest. Ist auch der negativ, kann er auch weiterarbeiten. Am siebten Tag erfolgt ein normaler Test.“ 

Das bedeutet, dass sich der jeweilige Arbeitnehmer an die geltenden Quarantäneregeln halten muss. Er darf zwar zur Arbeit und wieder nach Hause pendeln, doch ansonsten muss er in Quarantäne bleiben.“ Diese Tests kann ein Betriebsarzt durchführen.

Von Unternehmerseite her wird diese Maßnahme begrüßt, da so vermieden werden kann, dass zu viele Mitarbeiter in Quarantäne gehen müssen. Dies ist auch vor dem Hintergrund keine schlechte Idee, dass nach jüngsten Berechnungen 4 von 10 Infizierungen mit dem Coronavirus am Arbeitsplatz geschehen, auch wenn Homeoffice im Rahmen der belgischen Corona-Maßnahmen verpflichtet ist, dort wo es möglich ist. 

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