Flanderns Bildungsminister: "Schulschließungen durch britische Variante sind Unsinn"

Flanderns Landesbildungsminister Ben Weyts (N-VA - Foto) ist nicht der Ansicht, dass man gleich ganze Schulen schließen solle, wenn bei einzelnen Personen die britische Variante des Coronavirus festgestellt wird: „Es ist unsinnig, dann lineare Maßnahmen zu ergreifen.“ Inzwischen fordert CD&V-Parteichef Joachim Coens ein Verbot für nicht wichtige Reisen ins Ausland.

Flanderns Bildungsminister Ben Weyts hält es für Unsinn, Schulen komplett zu schließen, wenn bei einzelnen Personen die britische Corona-Variante festgestellt wird. In Kontich und in Edegem in der Provinz Antwerpen befinden sich rund 5.000 Personen in Quarantäne - Schulkinder, Lehr- und Schulpersonal, Eltern - in Quarantäne.

Dort wurde bei einigen Kindern die britische Variante festgestellt. Beide Corona-Herde sind auf eine einzige Frau zurückzuführen, die sich nach der Rückkehr aus dem Winterurlaub nicht an die vorgeschriebenen Regeln gehalten hatte (Test bei Einreise, 7 Tage Quarantäne, zweiter Test).

In Aalst (Ostflandern) gab es ebenfalls Ansteckungen mit der ansteckenderen Variante, doch hier wurde lediglich eine Klasse geschlossen und die Kinder, deren Eltern sowie einige Lehrkräfte gingen in Quarantäne. In Houthulst (Westflandern) ist ein Pflegewohnheim wegen des Ausbruchs mit dieser Variante in Quarantäne, doch die Schulen - eine in unmittelbarer Nachbarschaft des Heims - bleiben dort geöffnet.

Während Unterrichtsminister Weyts der Ansicht ist, dass Städte und Gemeinden in solchen Fällen entsprechende Maßnahmen treffen sollten, fordern Schulträger in Flandern einheitliche Maßnahmen für das ganze Land. Doch Weyts bleibt bei seiner Ansicht: „Wir dürfen nicht in Panik verfallen, sondern sollten realistisch und vorsichtig reagieren. Die Beschlüsse sollten au Basis von lokalen Einschätzungen und von Expertenansichten der Schulträger getroffen werden. Man sollte nicht von Brüssel aus Beschlüsse zu lokalen Situationen treffen.“ Am Mittwoch treffen sich der Bildungsminister und die flämischen Schulträger, um die Corona-Maßnahmen im Unterricht hier neu zu bewerten.

"Nicht essentielle Reisen verbieten!"

Unterdessen forderte der Vorsitzende der flämischen Christdemokraten CD&V, Joachim Coens, dass Belgien unwichtige Reisen ins Ausland verbieten soll, um damit gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus und gerade auch der ansteckenderen britischen Variante, vorzugehen. Dies müsse im Rahmen des anstehenden Konzertierungsausschusses aus Bund, Ländern und Regionen diese Woche ganz oben auf der Tagesordnung stehen.

„Jetzt einfach so touristisch zu reisen ist etwas, dass man dann gut besprechen muss. Ich glaube nicht, dass einfach so zu reisen, wenn es nicht z.B. beruflich wichtig ist, jetzt noch weiter zugelassen sein darf. Ich glaube, dass ist jetzt eine größere Herausforderung, als bisher,“ so Coens am Dienstag gegenüber VRT NWS.

Derzeit wird in Belgien von sogenannten „nicht essentiellen Reisen“ in Rote Zonen, also in Corona-(Hoch)Risikogebiete, abgeraten. Wer von einer solchen Reise zurückkehrt, wenn diese länger als 48  Stunden dauerte, der muss sich sofort testen lassen und 7 Tage lang in Quarantäne begeben. Danach muss ein zweiter Test gemacht werden. Ist dieser negativ, dann ist die Isolierung zu Ende. 

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