Neue Strategie: Flandern will mit Schnelltests auf Corona-Ausbrüche in Schulen reagieren

Flanderns Landesbildungsminister Ben Weyts (N-VA - Foto) reagiert mit Schnelltests für Schulkinder und Lehrpersonal, wenn sich ein Corona-Ausbruch an einer Schule oder in einer Klasse andeutet. Damit reagiert Weyts auf die steigende Zahl der von Covid-19 heimgesuchten Schulen.

Sobald sich ein Corona-Ausbruch in einer Schule in Flandern erweist, wird am ersten Tag allen Hochrisikokontakten ein Schnelltest angeboten. Vorteil ist, dass die Resultate in kurzer Zeit vorliegen. Ist dieser Schnelltest negativ, dann erfolgt am Tag 7 ein „normaler“ Test, ein sogenannter PCR-Test. Innerhalb dieser 7 Tage müssen sich alle betroffenen Schulkinder und die Lehrpersonen in Quarantäne begeben.

In einer Pressemitteilung des flämischen Unterrichtsministerium am Sonntag heißt es dazu: „Der Vorteil dieser Schnelltests ist, dass ein Resultat unmittelbar vorliegt. So werden Superspreader sofort detektiert und können ‚Cluster‘-Ausbrüche verhindert oder eingeschränkt werden.“

Deutet sich ein Ausbruch oder ein neuer Corona-Herd in einer schulischen Einrichtung an, werden mobile Testteams eingeschaltet, die mit speziellen Fahrzeugen anrücken. Solche Teams können in kürzester Zeit bei tausenden Personen PCR-Tests durchführen.

Wir tun weiter das maximal mögliche, um so viele Schulen wie möglich offen zu lassen.“

Flanderns Bildungsminister Ben Weyts

Schlussendlich sollen auch Schulkinder aus Grundschulen, die Kontakt zu älteren Kindern hatten, als Hochrisikokontakt angesehen werden. Bisher war es in Flandern so, dass kleinere Schulkinder nur als Kontakte mit niedrigem Risiko angesehen wurden.

„Wir tun weiter das maximal mögliche, um so viele Schulen wie möglich offen zu lassen. Von den rund 4.000 flämischen Schule, sind derzeit knapp 20 vollständig geschlossen und etwa 30 zumindest teilweise. Man sollte niemals ‚nie‘ sagen, doch im Großteil der Schulen liegen keine großen Probleme vor, also müssen wir die Schulen auch nicht schließen.“, so Bildungsminister Weyts am frühen Sonntagabend gegenüber VRT NWS.

Weyts ist gegen eine allgemeine Schließung der Schuleinrichtungen in Flandern, auch (noch) nicht im Hinblick auf eine mögliche rasche Ausbreitung der britischen Corona-Variante. Virologen, Biostatistiker und Impfexperten hingegen empfehlen, die Rolle der Schulen und von Kindern bei der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus besser zu analysieren und entsprechend zu reagieren. 

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