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Festnahmen am Rande einer nicht genehmigten Demonstration gegen die "Klassenjustiz"

In Brüssel ist es am Sonntag nach Ablauf einer nicht genehmigten Demonstration gegen „Klassenjustiz“ in Belgien zu Konfrontationen mit der Polizei und zu einigen Festnahmen gekommen. Die Demonstration war zwar nicht genehmigt, wurde aber unter starker Beobachtung durch die Polizei geduldet.

Etwa 20 Organisationen hatten für Sonntagnachmittag für eine Demonstration gegen die „Ungerechtigkeit der Justiz“ in Belgien in Brüssel am Kunstberg zu einer Demonstration aufgerufen. Sie wollten damit eine Reihe Vorkommnisse in der jüngeren Vergangenheit protestieren, bei denen die Polizei und die Justiz in Belgien ihrer Ansicht nach fehlerhaft oder zu hart gegen vor allem Personen ausländischer Herkunft aufgetreten ist.

Sie verwiesen dabei auf Fälle, wie die in Brüssel bei Polizeiaktionen ums Leben gekommenen Jugendlichen Adil und Mehdi, auf den zuletzt nach seiner Verhaftung im Krankenhaus verstorbenen Ibrahima Barrie, aber auch auf Mawda, ein kleines Mädchen, dass bei der Verfolgung von Menschenschleusern durch eine Polizeikugel ums Leben kam und auf Jozef Covanec, ein Slowene, der am Flughafen von Charleroi nach harter Handhabe durch die Polizei gestorben war.

Die Behörden hatten diese Demo nicht genehmigt, duldeten jedoch rund eine Stunde lang die Protestaktion, die sachlich und friedlich verlief. Als sie die Teilnehmer dazu aufrief, die Veranstaltung doch bitte aufzulösen, kam es zu Konfrontationen mit jungen Leuten, die sich weigerten, den Ort zu verlassen. Zudem sorgten Umstehende, die mit der Veranstaltung nicht unmittelbar etwas zu tun hatten, für Randale. Sie riefen beim Weglaufen in Richtung Stadtzentrum: "Wir schlagen alles kaputt". Die Polizei nahm sehr rasch rund 230 Krawallmacher fest, bevor sie nur irgendetwas "kaputt" machen konnten...

Aus Zeugenaussagen von u.a. dem Aktivisten Yassine Boubout, die danach über die sozialen Netzwerke verbreitet wurden, soll sich schließen lassen, dass die Polizei dabei mit Tränengas vorgegangen sein soll und dass eine größere Gruppe von Demonstranten am Zentralbahnhof eingekesselt worden ist. Doch nach verschiedensten Medienberichten betraf dies nur Krawallmacher und keine Demonstranten. 

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