Bjorn Vanhaever

Ungewollt aber mit Zustimmung: Fahrt mit einem Heißluftballon über den Flughafen von Zaventem

Am Sonntag ist ein Heißluftballon über dem Brussels Airport in Zavemten (Flämisch-Brabant) gesichtet worden. Normalerweise ist es absolut verboten, über den Flughafen zu fahren (oder mit einem Kleinflugzeug zu fliegen), da hier der Passagierverkehr und die Sicherheit Vorrang haben. Doch der Ballonfahrer gibt an, mit Zustimmung der Flugsicherung von Skeyes gehandelt zu haben. 

„Der Ballon war in Sint-Niklaas (Ostflandern) aufgestiegen und es lag ein eingereichter Flugplan vor“, sagte Dominique Dehaene, der Sprecher der Flugverkehrsleitung Skeyes zu den Vorgang. Um sich im Luftraum über dem Flughafen zu bewegen, muss man aber einen Antrag beim Special Activity-Dienst bei Skeyes stellen und das ist hier nicht passiert, wie Dehaene weiter angibt: „Ich vermute aber, dass der Ballon durch die Wind- und Wetterumstände doch in diesem Luftraum geraten ist. Die Leute im Tower haben den Ballon sicher durch den Luftraum lotsen können und er konnte sicher in Marche-en-Famenne (Provinz Luxemburg) landen.“

Mit offizieller Zustimmung

So oder so ähnlich erzählte der Ballonfahrer Bjorn Van Haver aus Putte (Provinz Antwerpen) die Geschichte gegenüber dem VRT-Sender Radio 2/Flämisch-Brabant: „Wir sind am Sonntagmorgen in Waasmunster (bei Sint-Niklaas in Ostflandern) aufgestiegen und wollten nach Bastogne (Provinz Luxemburg) fahren. Wir hatten unseren Flugplan eingereicht, doch unterwegs sahen wir, dass uns der Wind in Richtung Flughafen drängte. Wir hingen schon einige Zeit alleine in der Luft und haben dann Kontakt mit dem Flughafen aufgenommen und die Frage gestellt, ob wir sinken durften, um über den Flughafen zu fliegen. Dazu haben wir die Zustimmung erhalten.“

Einmaliges Erlebnis

Also haben die beiden Ballonfahrer den Flughafen am Rande überflogen und dies mit der sicheren Begleitung der Fluglotsen von Skeyes. Normalerweise ist so etwas, wie bereits oben erwähnt, nicht möglich, doch „wir haben den Flughafen überflogen, ohne auch nur ein Flugzeug in Gefahr zu bringen. Das macht man nur einmal im Leben mit.“ Die Ballonfahrer hatten Glück im Unglück, denn durch die Corona-Krise ist der Flugverkehr in diesen Tagen sehr eingeschränkt. Zu normalen Zeiten hätte der Heißluftballon irgendwo vor dem Brussels Airport landen müssen.

Ballon-Verband ist sauer

Die Königliche Belgische Ballonfahrt-Gesellschaft distanzierte sich von dem umstrittenen Vorfall, nicht nur wegen dem Verbot, den Flughafen in Zaventem zu überfliegen, denn hier liegt auch ein anderer Verstoß vor, wie aus einer Pressemitteilung ersichtlich ist: „Bis heute ist Ballonfahren mit Publikum als Folge der Covid-19-Regelungen verboten.“ Der Ballonfahrer gibt an, dass alles nach geltendem Recht verlaufen sei, denn sein Gast im Ballon sei eine Person aus seiner eigenen zugelassenen Vierergruppe gewesen, die laut Corona-Maßnahmen engen Kontakt pflegen dürfen. 

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