ROBIN UTRECHT

Die Niederlande wollen bei schweren Krawallen auch in Belgien um polizeiliche Verstärkung bitten

Die niederländische Polizei bespricht derzeit mit den Kollegen aus Belgien und Deutschland, ob diese bei schweren Krawallen der dortigen ME-Einheit (die Mobile Einheit, eine Art Spezialkommando) zur Seite stehen könnten. Dies sagte Willem Woelders, der niederländische Polizeichef, am Dienstagabend gegenüber dem dortigen TV-Sender NPO1. Inzwischen identifizierte die belgische Polizei mögliche Krawallmacher in flämischen Grenzorten zu den Niederlanden. 

Zum ersten Mal seit dem vergangenen Samstag, dem Stichtag für die Ausgangssperre in den Niederlanden, gab es dort am Dienstagabend keine Krawalle oder nennenswerte Konfrontationen zwischen der Polizei und randalierenden Jugendlichen. 

Das lag allerdings auch an einer massiven Polizeipräsenz, wie der niederländische Justizminister Ferdinand Grapperhaus (CDA) und sein Polizeichef Willem Woelders am Dienstagabend in der NPO1-Sendung „Op 1“ erklärten.  

Dabei sagte Woelders, dass man gerade analysiere, ob bei schweren Krawallen polizeiliche Hilfe aus den Nachbarländern Belgien und Deutschland angefordert werden könne: „Wir sind schon jetzt aufgerüstet und es sind mehr Leute verfügbar. Und wir sind auch dabei zu analysieren, ob wir Verstärkung aus dem Ausland bekommen können. Wir helfen ja auch schon dort. Da, wo es nötig ist, könnten solche Einheiten unter Leitung der niederländischen Polizei eingesetzt werden.“

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Die niederländische ME-Anti-Aufruhreinheit im Einsatz (Archivfoto)

In einigen flämischen Grenzgemeinden zu den Niederlanden wurde befürchtet, dass die Krawalle von dort aus herüberschwappen könnten. Deshalb wurde hier die Polizei ebenfalls verstärkt. Zudem wurde im Internet nach den Urhebern für Aufrufe zu Krawallen u.a. in Turnhout, in Genk und in Maasmechelen gefahndet. In Maasmechelen hatte am Montagabend ein Jugendlicher einen Brandsatz auf die Wohnung des ehemaligen Bürgermeisters George Lenssen (Open VLD) geworfen. Infolgedessen wurde am Dienstag ein Verdächtiger festgenommen, ein Minderjähriger.

Dieser steht im Verdacht, auch ein Video in die sozialen Netzwerke gestellt zu haben, in dem dazu aufgerufen wird, am kommenden Samstag in Maasmechelen Randale zu machen. Der auf das Haus von Lenssen geworfene Molotow-Cocktail wurde gefilmt und dieser Videobotschaft auf aufhetzen beigefügt (Foto unten).

Die Jugendlichen, die dort die Krawalle anzetteln wollten, sind inzwischen allesamt identifiziert und verhört worden, wie Maasmechelens aktueller Bürgermeister Raf Terwingen (CD&V) erklärte: „Die Polizei wird mit ihnen und deren Eltern das Gespräch suchen. Wir wollen versuchen, sie auf andere Gedanken zu bringen.“

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