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Das Auslaufen des Moratoriums gegen Konkurse trifft den Eventsektor besonders hart

Das Ende des Moratoriums zum Schutz vor Konkursen in Krisenzeiten trifft den Eventsektor in Belgien besonders hart. Veranstaltungstechnische Dienstleister sind quasi seit der ersten Coronawelle ohne Aufträge und Einkommen. Auch wenn das bisherige System durch eine juristische Möglichkeit ersetzt, sorgt diese Entwicklung hier in erster Instanz für große Probleme. In Flandern können sich Betroffene auf Hilfe durch die Landesregierung berufen. 

Einerseits verstehen die Unternehmen in Belgien, dass ein automatischer Schutz vor den Folgen von Konkursen nicht ewig aufrecht erhalten werden kann, doch dass dieses System schon jetzt abgeschafft wird, stößt denn doch auf wenig Verständnis.

Vor allem im Bereich Events, Messebau und Veranstaltungstechnik ist dies ein schwerer Schlag. Dieser Sektor ist bereits seit März 2020 quasi stillgelegt und darf nicht arbeiten. Seit dem durften quasi keine Events mehr organisiert werden.

Die neue Herangehensweise von Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD), den Schutzmechanismus durch Erleichterungen beim Verfahren für gerichtlichen Schutz vor Konkursen zu ersetzen, wird zwar hier begrüßt, doch die Tatsache, dass dieses System im Falle der Coronakrise noch nicht sofort greift, bereitet den Unternehmern hier große Sorgen.

Hier sind die finanziellen Reserven größtenteils aufgebraucht und eine Lücke in den Schutzmaßnahmen kann kurzfristig zu Konkursen führen, so Katrien Vermeire vom Veranstaltungsunternehmen John&Jane. Vor allem bei kleineren Unternehmen könne das, was bisher aufgebaut und vor einer Pleite geschützt werden konnte, schnell wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. 

Die flämische Landesregierung will einspringen

Unternehmen aus dem oben genannten Sektor, die im belgischen Bundesland Flandern angesiedelt sind, können sich auf ein Unterstützungssystem der flämischen Landesregierung berufen. Dieses System, dass Ende 2020 zur Unterstützung von Firmen in Schwierigkeiten geschaffen wurde, wird jetzt auf den Eventsektor ausgeweitet.

Bisher wurde dieser Bereich kaum berücksichtigt, denn hier wird in erster Linie mit Zeitarbeit, mit Soloselbständigen, mit studentischen Hilfskräften oder Freelancern und mit Subunternehmen sowie anderen externen Dienstleistern gearbeitet. Doch jetzt greift dieser Schutz auch hier.

Flanderns Arbeits- und Wirtschaftsministerin Hilde Crevits (CD&V) sagte dazu am Freitag, dass diese Arbeitskräfte mit festem Personal gleichgestellt werden: „Wir haben diesen globalen Mechanismus in Absprache mit den Arbeitgeberverbänden, der Gastronomie, mit Vertretern des betroffenen Eventsektors und mit Betrieben aus dem Kulturbereich auf die Bedürfnisse abgestimmt.

Das funktioniert folgendermaßen: Unternehmen, die in den letzten 3 Quartalen 2020 mehr als 60 % Umsatzverlust erlitten (1. April bis 31. Dezember 2020) können mit Hilfe aus der flämischen Landeskasse rechnen. Die Fördermittel belaufen sich auf 10 % des Umsatzes (exkl. Mehrwertsteuer) und können sich je nach wirtschaftlicher Leistung des Unternehmens zwischen 30.000 und maximal 2 Mio. € bewegen. 

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