Bundesfinanzminister will Protokoll mit  Banken über Zahlungsaufschub für angeschlagene Unternehmen

Der belgische Finanzminister Vincent Van Peteghem (CD&V) will mit den Banken ein Protokoll für Unternehmen erstellen, die wegen der Corona-Krise in Schwierigkeiten sind und einen Zahlungsaufschub beantragen.

Im Dezember hatten die belgischen Behörden mit den Banken vereinbart, die Rückzahlung von Geschäftskrediten zu stunden. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) schreibt vor, dass Banken den Unternehmen Zahlungsaufschübe gewähren dürfen, diese aber auf neun Monate begrenzt sein müssen. 

"Die Vereinbarung sieht vor, dass Unternehmen nach neun Monaten von der Bank eine erneute Überprüfung und zwar von Fall zu Fall gewährt wird", erklärt Vincent Van Peteghem am Samstagmorgen auf Radio 1. 

"Ich appelliere an die Banken, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen."

Der belgische Finanzminister will die Unternehmen gegen die Willkür schützen, die Banken gegenüber Unternehmen zeigen, die in Zahlungsschwierigkeiten stecken. Van Peteghem verwies auf die Geschichte eines Mannes, der erst das Sparkonto seines Kindes leeren musste, bevor die Bank seiner Firma einen Zahlungsaufschub gewährte. 

Der Bundesfinanzminister will neue Verträge mit den Banken abschließen. "Die Einzelfallprüfung muss geregelt werden. Wir brauchen einheitliche Verfahren und Regeln. Es muss klar sein, welche Verwaltungskosten anfallen und welche Garantien erforderlich sind."   

Vincent Van Peteghem diskutiert auch mit den Banken, ob es möglich ist, die Einzelfallprüfung, die bis März vorgesehen war, bis Juni zu verlängern.  

"Ich appelliere an die Banken, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen", so der Minister abschließend. "Die Regierung hat auch den Banken vor ein paar Jahren geholfen, als sie in Schwierigkeiten steckten. Wir haben uns solidarisch gezeigt. Heute bitten wir sie im Gegenzug um Solidarität und Verantwortung." 

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