Premier De Croo: Regierung denkt nicht an Exportverbot für Impfstoffe

Der belgische Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) hat im Sonntagsmagazin De zevende dag gesagt, dass er und seine Regierung nicht daran denken, den Export von Impfstoffen zu verbieten, die in den belgischen Fabriken der Pharmaunternehmen hergestellt werden. De Croo fügte hinzu, dass eine Inspektion im Werk von AstraZeneca in Seneffe (Hennegau) die Angaben des Unternehmens, es gäbe dort Produktionsprobleme, bestätigt habe.

Der britisch-schwedische Pharmakonzern hatte in dieser Woche bekanntgegeben, dass er 60 % weniger Dosen seines Impfstoffs an die Länder der Europäischen Union liefern wird als ursprünglich geplant.   

Die EU-Kommission befürchtete, dass AstraZeneca und auch Pfizer in EU-Ländern produzierte Impfstoffe nach Großbritannien umleiten würden. Anfang dieser Woche beschloss die Europäische Kommission, Impfstoffe dürften nur in Länder außerhalb der EU exportiert werden, wenn das Produktionsland dies genehmige.  

Sowohl Pfizer als auch AstraZeneca stellen Impfstoffe in Belgien her. Pfizer in einem Werk in Puurs (Provinz Antwerpen) und AstraZeneca in der Novasep-Fabrik in Seneffe im Hennegau.  

Inspektion bei AstraZeneca in Seneffe

Auf die Frage, ob die belgischen Behörden beabsichtigen würden, die Produktionswerke der beiden Unternehmen streng zu kontrollieren, sagte Alexander De Croo: “Als Regierung spielen wir eine wichtige Rolle bei der Vorfinanzierung der Impfstoffentwicklung. Deshalb fordern wir Klarheit. Von Pfizer haben wir bereits klare Informationen erhalten, bei AstraZeneca schien das schwieriger. Aber wir wissen jetzt, dass es tatsächlich Produktionsprobleme in Seneffe gibt. Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (FAGG) hat, zusammen mit seinen europäischen Partnern, Kontrollen am Standort durchgeführt.” 

Die Analyse der Produktionslage ist noch im Gange. “Handelt es sich um ein typisches Produktionsproblem, das sich aus der starken Produktionserhöhung in kurzer Zeit ergibt, oder ist das Problem darauf zurückzuführen, dass anderen Dingen Vorrang eingeräumt wurde”, erklärte De Croo den Zweck der Inspektion.  

Die belgische Arzneimittelbehörde ist tatsächlich befugt, ein Exportverbot zu verhängen. Aber Premierminister De Croo beschwichtigte: “Ich hoffe und glaube nicht, dass es notwendig sein wird.” Sollte AstraZeneca aber gegen den Vertrag verstoßen, werden wir uns wehren”, sagte der Premierminister noch in der Sonntagssendung. 

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