Außenministerin Wilmès reagiert beunruhigt auf den Staatsstreich in Myanmar

In Europa äußern sich am Montag viele führende Politiker besorgt über den Staatsstreich in Myanmar, auch Belgiens Außenministerin Sophie Wilmès (MR - Foto). Dort hat das Militär die Macht übernommen. Unter anderem wurden De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi und weitere Regierungsmitglieder werden festgesetzt. Die Armee rief für ein Jahr den Notstand aus. 

Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (75) die Myanmar als Staatsrätin beziehungsweise als Staatsberaterin leitet und quasi als Regierungschefin fungiert, wurde in der Nacht zum Montag mit anderen Regierungsmitgliedern von der Armee festgesetzt.

Aung San Suu Kyi hatte zu Protesten aufgerufen. Schon seit längerem gibt es einen Streit zwischen dem zivilen und dem militärischen Teil der Regierung in Myanmar, ein Land, in dem erst seit 2011 Demokratie eingeführt wurde. Aung San Suu Kyi hatte davor jahrelang unter Hausarrest gelebt.

In Belgien sagte Bundesaußenministerin Sophie Wilmès via Twitter, dass sie den Staatsstreich mit Nachdruck verurteile: „Wir verurteilen mit Nachdruck einen Staatsstreich, der darauf gerichtet ist, die Demokratie zu unterminieren, und auch die Festnahmen von Gewählten, wie Aung San Suu Kyi. Wir werden gemeinsam mit unseren europäischen Partnern prüfen, welche Schritte diesen Aktionen folgen werden.“

Ähnlich äußerte sich auch der EU-Ratsvorsitzende Charles Michel in Brüssel. Er rief dazu auf, dass „jeder, der bei den Razzien im ganzen Land verhaftet wurde, wieder frei gelassen wird. Das Ergebnis der Wahlen muss respektiert werden und der demokratische Prozess muss wiederhergestellt werden.“

Allerdings ist Aung San Suu Kyi international inzwischen längst ebenfalls sehr umstritten. Sie hatte der Vertreibung der moslemischen Minderheit in Myanmar Rohingya nichts entgegengesetzt und die Gewalttaten von Armee und religiösen Fanatikern weder kritisiert noch kommentiert. 

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