Neu ab dem 1. Februar: Neue kommunale Verwaltungsstrafen, höhere Fahrpreise im Nahverkehr

An diesem 1. Februar 2021 treten einige Neuerungen in Kraft. Das betrifft z.B. die Tarife bei den Verkehrsbetrieben aber auch die Verwaltungsstrafen (sprich die Bußgelder) bei einigen Verkehrsübertretungen. 

Flanderns Verkehrsgesellschaft De Lijn erhöht ab dem 1. Februar einige Tarife

Bei der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn werden einige Tarife angehoben. Generell steigen die Tarife um 1 %, doch nicht alle Bereiche und Fahrschein-Formeln sind davon betroffen. Die Tariferhöhungen gelten vor allem bei Fahrscheinen, die über die App von De Lijn gebucht werden und bei einigen Abonnements.

Ein einfaches „M-ticket“, so heißen die Fahrscheine für eine Fahrt bei De Lijn, wird in der App ab Anfang Februar 2 € kosten, statt 1,80 €, wie bisher. Eine 10-Fahrtenkarte, wie via App erworben wird, kostet dann 16 € statt 15 €, wie bisher.

Auch die verschiedenen sogenannten „Ommni“-Pässe, Abonnements zu günstigeren Fahrtarifen, und einige Kombi-Abos (z.B. in Verbindung mit Carsharing oder Fahrrädern) werden teurerer. Informationen dazu bietet die Webseite von De Lijn (in deutscher Sprache).

Alle anderen Fahrscheinformeln, wie z.B. die sogenannten „Buzzy“-Pässe, die in den De Lijn-Shops (Lijnwinkel), in Zeitschriftengeschäften oder in Bussen und Bahnen gekauft werden können, werden aber nicht teurer.

"Brupass XL": Ein Fahrschein für alle öffentlichen Verkehrsbetriebe in und um Brüssel

Ab dem 1. Februar werden in der Region Brüssel-Hauptstadt  „Brupass" und "Brupass XL“, ein neuer Fahrschein und eine neue Zehnerkarte eingeführt, mit der alle Dienstleistungen der regionalen Verkehrsbetriebe De Lijn (Flandern), MIVB/STIB (Brüsserl) und TEC (Wallonie) sowie der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB  ge nutzt werden können. Diese Tickets gelten innerhalb Brüssels und einem Radius von 11,5 km um die Hauptstadt herum. Neben den 19 Gemeinden, die die Region Brüssel-Hauptstadt bilden, gilt das neue Ticket auch in allen öffentlichen Verkehrsmitteln in den flämisch-brabantischen Gemeinden, die die Hauptstadt umgeben: Sint-Genesius-Rode, Hoeilaart, Tervuren, Zaventem, Vilvoorde, Dilbeek und Beersel.

Die Verbindungen von und zum Brüsseler Flughafen in Zaventem sind jedoch nicht im Ticket enthalten. Der neue allgemeingültige Fahrschein wird den Nutzern der öffentlichen Verkehrsmittel in und um Brüssel das Leben erleichtern und ihnen die Freiheit geben, das für sie am besten geeignete Verkehrsmittel zu wählen, ohne dass sie mehrere Fahrkarten von zwei, drei oder sogar vier verschiedenen Verkehrsbetrieben dabei haben müssen.

Die Idee dahinter ist, Menschen in Brüssel und diejenigen, die in den flämischen Gemeinden rund um die Hauptstadt leben und/oder arbeiten, zu ermutigen, die öffentlichen Verkehrsmittel stärker zu nutzen und auf den eigenen PKW zu verzichten. Im Dezember hat die belgische Bahn NMBS/SNCB seinen neuen Verkehrsplan vorgestellt. In dem Plan wurden die Anschlüsse mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, die von MIVB, De Lijn und TEC angeboten werden, stärker berücksichtigt. Die Frequenzen der Verbindungen am frühen Morgen und am späten Abend wurden ebenfalls erhöht.

Innerhalb des Gebiets der „Brupass XL“-Zone gibt es 52 Bahnhöfe und mehr als 2.800 Bus-, Straßenbahn- und U-Bahn-Haltestellen. Eine Fahrkarte für eine Fahrt innerhalb der „Brupass XL“-Zone kostet 3 Euro, eine Fahrkarte für 10 Fahrten kostet 20 Euro. Der „Brupass XL“ ist auch als Monats- und Jahresabonnement erhältlich.

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Höhere Tarife bei der belgischen Bahn

Auch die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB erhöht ihre Fahrpreise. Zum einen werden die verschiedenen Abonnements um durchschnittlich 2 % teurerer und die Standard- bzw. die Einzelfahrscheine verteuern sich um 0,65 %.

Deutlichere Preisanstiege sind bei den speziellen Fahrscheinen für Jugendliche zu verzeichnen. Der Youth Holiday-Pass, mit dem Jugendliche während den Schulferien unbegrenzt mit der Bahn fahren können, steigt auf 18 Euro für eine Wochenfahrkarte und auf 29 Euro für eine Monatskarte.

Fahrscheine für mehrere Fahrten, z.B. Multipass oder 10-Fahrentickets für die gleiche Fahrstrecke, werden ebenfalls aber nur, wenn man sie am Fahrkartenschalter oder am Automaten löst. Die Preise für Onlinefahrscheine bleiben bei der belgischen Bahn unverändert.

Einzelfahrscheine für Senioren (7,20 Euro für eine Hin- und Rückfahrt), Jugendliche 6,60 Euro pro Fahrt) und für die Fahrradmitnahme (4 Euro) werden nicht angehoben.  

Verwaltungsstrafen für geringe Geschwindigkeitsübertretungen

Die Städte und Gemeinden im belgischen Bundesland Flandern erhalten die Möglichkeit, eigene Verwaltungsstrafen (die sogenannten GAS-Bußgelder - Kommunale Verwaltungs-Bußgelder) für geringe Geschwindigkeitsübertretungen in Tempo 30- oder Tempo 50-Zonen zu verhängen.

Diese Art der Sanktion gilt aber nur dann, wenn ein erwischter Fahrer nicht schneller als 20 km/h über der vorgeschriebenen Richtgeschwindigkeit gefahren ist. Und, das Fehlverhalten muss durch ein Tempomessgerät registriert worden sein, den die Behörden, z.B. die Landesregierung finanziert hat.

Das bedeutet für die Kommunen, dass sie ihre eigenen kommunalen Polizeirichtlinien entsprechend anpassen müssen. 

Mehr Haushalte haben Anrecht auf die niedrigsten Tarife für Strom und Gas

Ab dem Stichtag 1. Februar haben mehr Haushalte und Familien Anrecht auf die niedrigsten Tarife für Strom und Gas. Das bedeutet, dass ihre entsprechenden Rechnungen über den niedrigsten Preis am Markt berechnet werden.

Bisher hatten rund 450.000 Haushalte eine solche Möglichkeit bei ihren Stromrechnungen und rund 270.000 Familien bei der Gasrechnung. Diese Art der Sozialtarife für finanziell schwache Familien wurde jetzt ausgeweitet.

Inzwischen hat jeder dieser Haushalte Recht auf ein höheres Entgegenkommen der Regierung. Das bedeutet, dass ab sofort rund 447.000 weitere Familien von diesen Sozialtarifen profitieren können. Hinzugefügt wurden z.B. alleinerziehende Elternteile und Alleinstehende.  

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