Belgien verzichtet vorläufig auf Impfungen mit AstraZeneca bei über 55-Jährigen

In Belgien werden bis auf weiteres keine Personen, die älter als 55 Jahre sind, mit dem Corona-Vakzin von AstraZeneca geimpft. Dies gab Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke bekannt. Unter anderem nach Bedenken in Deutschland bezüglich einer gewissen Unverträglichkeit bei älteren Menschen schrauben die hiesigen Gesundheitsbehörden das Höchstalter für diesen Impfstoff weiter herunter. In Belgien ist nicht möglich, seinen Impfstoff selbst auszuwählen. 

Obschon die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) den Impfstoff von AstraZeneca ohne Altersbeschränkung zugelassen hatte, entschieden sich z.B. Deutschland und Frankreich dazu, dieses Produkt vorläufig noch nicht bei Personen über 65 Jahre zu verimpfen. Dies wird mit der Tatsache begründet, dass zu wenig Erkenntnisse über die Nebenwirkungen bei diesem Mittel bei älteren Menschen vorliegen würden.

Belgien geht hier einen Schritt weiter und wird den Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns AstraZeneca vorerst nicht bei Personen über 55 Jahren anwenden. Diese Entscheidung wurde auch nach einem entsprechenden Gutachten von Seiten des Hohen Gesundheitsrates in Belgien getroffen, wie Gesundheitsminister Vandenbroucke erklärte.

„Der Hohe Gesundheitsrat sagt deutlich, dass das AstraZeneca ein sehr guter Impfstoff für Menschen zwischen 18 und 55 Jahren ist. Doch er sagt auch: Wir haben heute nicht genügend Angaben, um mit Sicherheit sagen zu können, dass er auch so gut bei älteren Menschen wirkt. Wenn man da nicht sicher ist, dann ist der Rat, das Mittel bei Leuten zu nutzen, die jünger als 55 Jahre alt sind“, so der Minister am Dienstagabend in den VRT-TV-Nachrichten. 

Impfstoff auswählen?

Mittelfristig müsse man angesichts dessen, die Impfstrategie etwas anpassen. Probleme erwartet Vandenbroucke nicht, auch wenn Belgien 7 Millionen Impfdosen bei AstraZeneca bestellt hat.

Die belgischen Gesundheitsbehörden geben an, dass es den Bürgern in unserem Land nicht freisteht, einen Impfstoff auswählen zu können. Die hiesige Impf-Taskforce sucht aus, welcher Typ Vakzin für welche Bevölkerungsgruppe die beste Wahl ist. Die Bundesregierung entscheidet dann auf Basis dieser Gutachten, wer und wann welchen Impfstoff bekommt.

Regierung und Gesundheitsbehörden unterstreichen, dass alle Impfstoffe, die in unserem Land zur Anwendung kommen, als sicher und wirksam angesehen werden können, denn alle Produkte seien ausreichend getestet und mehrfach zugelassen worden. 

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