Rund die Hälfte des Pflegepersonals in wallonischen und Brüsseler Wohnheimen lässt sich nicht impfen

In den privatwirtschaftlich geführten Pflege- und Seniorenwohnheimen in der Wallonie und in der Brüsseler-Hauptstadtregion will sich rund die Hälfte des Personals nicht gegen das Corona-Virus Covid-19 impfen lassen. Dies meldet die flämische Tageszeitung De Standaard in ihrer Mittwochsausgabe. 

Femabel, der Dachverband der privat geführten Seniorenwohnheime prüft jetzt die Möglichkeit, das Pflegepersonal dazu zu verpflichten, sich gegen Corona Impfen zu lassen. Nach Ansicht vom Femabel-Direktor Vincent Frédéricq ist dies im Sinne einer nötigen Herdenimmunität in Belgien eigentlich erforderlich:

„Es ist für mich deutlich: Wenn man nicht davon überzeugt ist und wenn man nicht schlau genug ist, sich und andere zu schützen, dann muss man dazu verpflichtet werden“, so Frédéricq. Seiner Ansicht nach liegen Verschwörungstheorien und falsche bzw. irreführende Informationen, die sogenannten „fake news“, diesem Verhalten zugrunde.

Deutliche Unterschiede zwischen Flandern und dem Rest des Landes

In Flandern liegt die Bereitschaft des Pflegepersonals, sich impfen zu lassen, deutlich höher. 94 % des gesamten Pflegepersonals in den Pflege- und Seniorenwohnheimen sowohl im privaten Bereich, als auch in den Einrichtungen der öffentlichen Hand, wollen und werden sich jüngsten Umfragen nach gegen Covid-19 impfen lassen.

Offenbar dringt auch die negative Impfkultur aus Richtung Frankreich in die frankophonen Landesteilen Belgiens ein, denn dort sind die Impfgegner z.B. in den sozialen Medien sehr stark mit ihren Botschaften vertreten. Vor allem ältere Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen in Wallonien oder im Brüsseler Raum scheinen gegen solche massive Desinformation nicht besonders gut gewappnet zu sein, so De Standaard. 

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