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Belgien baut einen Anschluss an Offshore-Windkraftanlagen in Dänemark

Die stürmische Nordsee gilt nicht nur in Belgien als ein riesiges Kraftwerk zur Stromproduktion. Alleine in den belgischen Hoheitsgewässern drehen rund 450 Windräder. Das aber bedeutet, dass der Platz auf hoher See für unser Land langsam knapp wird. Gegen 2050 will Belgien zudem klimaneutral sein. Also wird der Anschluss zu anderen Ländern gesucht und gefunden.

Der belgische Stromnetzbetreiber Elia hat Erfahrung mit dem Anschluss von Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee und mit Großbritannien gibt es bereits ein rund 130 km und ein 250 km langes Stromkabel, die mit Windkraftanlagen verbindet. Ziel ist, Energie untereinander auszutauschen.

Jetzt suchen Belgien und Elia auch den Anschluss an dänische Offshore-Anlagen. Das Legen eines Kabels auf dem Boden der Nordsee ist aber kein leichtes Unterfangen und es ist zudem sehr teuer. Doch Elia lässt sich die Elektrizitätsleitung nach Dänemark rund 1 Mia. € kosten. Die Bauzeit ist auf mindestens 10 Jahre angelegt. 

Belgien wird immer zu wenig grünen Strom haben, auch dann, wenn die vollständige Kapazität auf der Nordsee genutzt wird.“

Chris Peeters, Stromnetzbetreiber Elia

Weitere Anschlüsse seien notwendig, so Chris Peeters von Elia gegenüber VRT NWS am Donnerstag, um den Bedarf an grüner bzw. nachhaltiger Energie zu decken: „Belgien wird immer zu wenig grünen Strom haben, auch dann, wenn die vollständige Kapazität auf der Nordsee genutzt wird.“ Derzeit, so Peeters, verfügt Belgien über eine Offshore-Kapazität von 2,3 Gigawatt und in den kommenden Jahren kommen weitere 2,1 Gigawatt hinzu.

Insgesamt werde Belgien schlussendlich dann über 4,4 Gigawatt Strom aus Windkraftanlagen in der Nordsee verfügen können, wenn die Räder auf vollen Touren drehen, doch das reicht nicht aus, so Peeters: „Wir haben zu Spitzenzeiten in Belgien einen Stromverbrauch von rund 12 Gigawatt Strom. Also ist klar, dass wir noch zusätzliche Produktion brauchen.“ 

Wir haben zu Spitzenzeiten in Belgien einen Stromverbrauch von rund 12 Gigawatt Strom. Also ist klar, dass wir noch zusätzliche Produktion brauchen.“

Chris Peeters, Stromnetzbetreiber Elia

Dänemark betreibt viele Windkraftanlagen in der Nordsee und produziert mehr Offshore-Energie, als dort selbst verbraucht werden kann. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten an Markt für nachhaltige Energie. Belgien wird ein 600 km langes Kabel dorthin verlegen.

Das kann rund 1 Mia. € kosten, doch die realen Kosten müssen noch berechnet werden. Grundsätzlich kostet ein Kilometer Stromkabel in der Nordsee zwischen 1 und 2 Mio. €. Bis 2030 soll die Anlage betriebsbereit sein. Belgien und Dänemark teilen sich die Baukosten untereinander auf. 

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