Infektionsfachärztin Erika Vlieghe: Corona-Zahlen noch zu hoch, Impfen zeigt noch keine Wirkung

Für die Infektionsfachärztin an der Universitätsklinik von Antwerpen, Erika Vlieghe, sind die aktuellen Corona-Zahlen weiterhin besorgniserregend: “Die Infektionen steigen langsam immer weiter. In einigen Gegenden steigen sie aber rasant, wie in den Provinzen Wallonisch-Brabant (+41 Prozent), Luxemburg (+30 Prozent) und Namur (+24 Prozent). Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen schwankt und geht nicht drastisch zurück. Wir wissen, dass die Infektionszahlen jetzt wieder zunehmen und was das für die Krankenhausaufenthalte bedeutet”, sagte Prof. Dr. Vlieghe im Radioprogramm De ochtend.  

Laut Vlieghe sind die Auswirkungen der Impfkampagne noch nicht in der Statistik zu erkennen. Dafür ist es noch zu früh. "Jeder Mensch, der geimpft wird, ist ein Pluspunkt, aber wir sind noch nicht weit fortgeschritten. Eine dritte Welle kann deswegen jetzt nicht aufgehalten werden.” 

Die Fachärztin für Infektionskrankheiten sagte auch, man müsse die Orte, an denen die Infektionszahlen in die Höhe schnellen, genauestens analysieren: “Welche Bevölkerungsgruppen sind betroffen? Brechen die Infektionen in Schulen oder Betrieben aus? Sind es Studenten oder alle Altersgruppen? Es gibt Leuten, die sich nicht mehr an die Corona-Vorschriften halten. Deswegen muss man einschreiten, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen befolgt werden. Denn wir wissen, dass sie funktionieren." 

Expertengruppe rät von Lockerungen ab

Die GEMS, die Expertengruppe, die die Regierung in dieser Corona-Pandemie berät, rät von einer Wiedereröffnung der Kontaktberufe ab. Vlieghe ist Vorsitzender dieser Arbeitsgruppe. "Wir werden viel mehr enge Kontakte zwischen den Menschen ermöglichen und alle anderen gesellschaftlichen Gruppen werden dan auch Lockerungen fordern. Dafür ist das System jetzt viel zu anfällig. Die Epidemie könnte wieder aus dem Ruder laufen." 

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