Foto: Beeldbank Onroerend erfgoed Vlaanderen

Panamarenko-Haus kommt unter Denkmalschutz: “eines der faszinierendsten Künstlerhäuser der Nachkriegszeit”

Das Haus, in dem der flämische Künstler Panamarenko gelebt und gearbeitet hat, wird als Kulturerbe anerkannt. Der flämische Minister für Denkmalschutz Matthias Diependaele (N-VA) wird das Verfahren starten: “Ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für Panamarenko, der am Freitag 81 Jahre alt geworden wäre.”

Panamarenko hat von 1970 bis 2003 in dem Haus in der Biekorfstraat in Antwerpen gelebt und gearbeitet. Es ist sein Elternhaus. Im Erdgeschoss betrieb seine Mutter ein Schuhgeschäft. In den späten 1980er Jahren wurde das Haus vom Architekten Luc Deleu vom Büro T.O.P. und seiner Frau Laurette Gillemot renoviert.   

Blickfang der Fassade ist die gläserne Loggia - eine fast 10 Meter breite Stahlkonstruktion: Dahinter befanden sich das Arbeitszimmer des Künstlers und sein exotischer Wintergarten mit hohen Zimmerpflanzen und herumfliegenden Papageien. Auf dem Dach des Hauses wurde 2011 eine Hubschrauberplattform montiert:  das Panamarenko Airbase' T.O.P.-office

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2007 schenkte Panamarenko das Haus und seinen gesamten Inhalt der Flämischen Gemeinschaft. Seitdem wird das Panamarenko-Haus vom Museum für zeitgenössische Kunst Antwerpen verwaltet. Seit 2013 durfte es auch besucht werden.  

"Das Panamarenko-Haus ist eine der eindrucksvollsten Künstlerhäuser der Nachkriegszeit in Flandern", sagt Minister Diependaele. "Es ist außerordentlich authentisch, denn die gesamte Einrichtung ist seit dem Auszug des Künstlers unverändert geblieben. Es veranschaulicht den Schaffensprozess und die Welt dieses Künstlers, der zu den besten der europäischen Nachkriegsavantgarde zählt."

Nachträglich zum Geburtstag

2020 sollte Panamarankos 80. Geburtstag gefeiert werden, doch Corona machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Ein Jahr später wird das Denkmalschutzverfahren für sein Haus und Atelier gestartet. Minister Diependaele will binnen neun Monaten entscheiden. 

 "Panamarenko lässt sich nicht in eine Schublade stecken; er war Künstler, Ingenieur, Physiker, Erfinder und Visionär. Er schuf spektakuläre Konstruktionen von einzigartiger Schönheit, die in seinem Haus in Antwerpen Gestalt annahmen. Es zu betreten, bedeutet, in die wunderbare und verspielte Welt von Panamarenko einzukehren", sagte Denkmalschutzminister Diependaele.

BELGA

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