Coronakrise sorgt für ein 35,6-Milliarden-Euro-Loch im belgischen Staatshaushalt

Die Coronakrise reißt ein zusätzliches Loch von 35,6 Milliarden Euro in den Staatshaushalt. Zu dieser  Schlussfolgerung kam die Haushaltszustandseinschätzung am Jahresende, die die flämischen Wirtschaftszeitung ‚De Tijd‘ einsehen konnte. Das Gesamtdefizit von 44,9 Milliarden Euro ist in absoluten Zahlen das größte aller Zeiten.

"Die Auswirkungen von Corona sind beispiellos", sagt die Budgetstaatssekretärin Eva De Bleeker (Open VLD, flämische Liberale, Foto). "Es ist das größte Defizit seit den 1980er Jahren." In absoluten Zahlen sind 44,9 Milliarden ein historischer Tiefstand. Wenn man das Defizit von 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) jedoch in Relation zur Größe der Wirtschaft setzt, ist es kein Rekord. In den 1980er Jahren lag das Defizit sogar bei 16 Prozent des BIP.

Dennoch ist das Defizit nicht so schlimm wie erwartet. In der letzten Schätzung vom Oktober letzten Jahres wurde das Gesamtdefizit noch auf 47,6 Mrd. EUR geschätzt, eine Differenz von rund 2,5 Mrd. EUR. Von der Gesamtsumme sind rund 35,6 Mrd. € auf die Coronakrise zurückzuführen. Die restlichen 9,3 Milliarden Euro wurden bereits aus den Vorjahren nachgezogen. Laut De Bleeker brauchen wir vor allem Wirtschaftswachstum, um aus der Krise zu kommen. "Außerdem werde ich bei allen Vorschlägen, bei denen es sich nicht um notwendige Corona-Stützmaßnahmen oder Pläne für den Wirtschaftsaufschwung handelt, äußerst streng sein."

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