"Die Wiedereröffnung des Hotel- und Gastronomiegewerbes am 1. März ist völlig undenkbar"

Die Tatsache, dass Friseure und die so genannte Kontaktberufe schon ab Montag wieder Kunden empfangen können, bedeute nicht den Beginn einer großen Lockerung der Corona-Einschränkungen, stellte Belgiens Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A, flämische Sozialisten, Foto) in einem Interview im VRT Radiomagazin "De Ochtend" (dt.: Der Morgen) auf Radio 1 klar. "Es ist wirklich noch zu früh. Wir müssen die Bürger jetzt um Geduld bitten und ihnen keine falschen Hoffnungen machen".

Unter anderem das Hotel- und Gaststättengewerbe erwartet, dass am 1. März auch hier ein Neustart möglich sein würde.

"Das verstehe ich sehr gut. Wenn Sie ein Café besitzen oder im Kulturbereich arbeiten: Es muss schrecklich sein, und ich wäge meine Worte. Aber der 1. März ist völlig undenkbar. Es wäre respektlos, wenn den Menschen etwas vorgegaukelt würde, was dann absolut noch nicht möglich ist. Ich bezweifle sehr, dass wir dann mit dem Impfprogramm schon so weit fortgeschritten sind, dass wir uns Anfang März weitere Lockerungen erlauben können. Ich glaube nicht, dass das der Fall sein wird".

Und für Frank Vandenbroucke ist diese Impfkampagne der große Hoffnungsträger für die Rückkehr in ein normaleres Leben. "Ein wichtiger Wendepunkt wird erreicht sein, wenn die gesamte gefährdete Gruppe von Menschen in unserem Land geimpft ist. Ich spreche von allen Menschen, die älter als 65 Jahre sind, von Menschen mit chronischen Krankheiten, die sie anfällig machen, und von Mitarbeitern des Gesundheitswesens. Um ehrlich zu sein, das Ziel ist klar, aber der Zeitplan ist es nicht. Wir sind in unserem Land von der Impfstoffversorgung abhängig.“

Zu diesem Thema wiederholt der Gesundheitsminister: "Es ist eine Frage der Solidarität. Wenn die Senioren in Sicherheit sind, können die Jungen ihre Freiheit zurückgewinnen. Alle sitzen im selben Boot".

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