Steuerbetrug in Millionenhöhe bei PostNL-Subunternehmern in Belgien

Das belgische Steuerfahndung hat Ermittlungen gegen mehrere Subunternehmer eingeleitet, die Pakete für PostNL in Belgien zustellen. Laut der Samstagsausgabe der flämischen Wirtschaftszeitung ‚De Tijd ' sind bereits Steuerforderungen in Millionenhöhe verschickt worden. Die Steuerfahndung glaubt auch, einen so genannten „Mehrwertsteuer-Karussell"-Betrug aufgedeckt zu haben, an dem mehrere von PostNL lizenzierte Subunternehmen beteiligt sein sollen.

Journalisten der flämischen Wirtschaftszeitung konnten interne Dokumente von ‚PostNL Paketten België‘ einsehen. Hierbei handelt es sich um tägliche Dispositionslisten für 2017, 2018 und 2019, die die Namen der Unternehmen enthalten, die als Subunternehmer Pakete aus PostNL-Depots in Belgien zugestellt haben.

In dieser Datei sind Unternehmen enthalten, die bereits für insolvent erklärt worden waren, aber dennoch weiterhin als autorisierte Subunternehmer Pakete für PostNL zustellten. Die Steuerbehörden entdeckten, dass mehrere von ihnen keine Mehrwertsteuer, andere Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abführten. Außerdem gab einer von ihnen die letzte Adresse als die eines Sozialamtes an.

Subunternehmen von ‚PostNL Pakketten België‘ können Aufträge an weitere Firmen erteilen und sich gegenseitig die Lieferfahrten in Rechnung stellen. Gültige Quittungen, Bestellscheine oder jegliche Handelskorrespondenz fehlten jedoch manchmal für diese Transaktionen. Viele Zahlungen wurden auch in bar geleistet, was es den Steuerbehörden erschwert, die Identität der Begünstigten festzustellen.

Francis Adyns, Sprecher des Finanzamtes, bestätigte gegenüber De Tijd, dass die Steuerfahndung in 29 Fällen gegen PostNL-Subunternehmen ermittle. "Davon wurden 21 Verfahren schon abgeschlossen, was 11,7 Millionen Euro an eingezogenen Steuern entspricht.“

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