Der Bahnhof Torhout in Westflandern gehört zu den 44 belgischen Bahnhöfen, deren Scfhalter geschlossen werden sollen

Geplante Schalterschließungen in den Bahnhöfen werden umgesetzt, aber…

Die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB bleibt dabei, bis Ende des Jahres an 44 Bahnhöfen die Schalter zu schließen. Doch im Zuge dessen werden einige begleitende Maßnahmen eingeleitet, die den Reisenden und der Sicherheit in den Stationen zugutekommen sollen. Der Verwaltungsrat der Bahn hatte dazu einen Vorschlag besprochen, den Bahnchefin Sophie Dutordoir und Bundesverkehrsminister Georges Gilkinet (Ecolo) nach ihren Streit letzte Woche zu diesem Thema gemeinsam ausgearbeitet hatten. 

Verkehrsminister Gilkinet hatte sich letzte Woche den Zorn von NMBS/SNCB-CEO Dutordoir zugezogen, weil er die Pläne, 44 Bahnhofsschalter zu schließen, für keine gute Idee hielt.

Bei der Bahn hieß es dazu, dass der Minister dieses Vorhaben zuvor mitgetragen habe, doch dieser gab an, er sei von Anfang an damit nicht einverstanden gewesen und habe dies auch stets zu verstehen gegeben (siehe nebenstehende Beiträge). 

Gilkinet und Dutordoir hatten sich danach ausgesprochen und gemeinsam das Vorhaben analysiert und ihre Ideen jetzt den Verwaltungsrat der Bahn vorgelegt. Nach dessen Bearbeitung wurden folgende Begleitmaßnahmen ausgearbeitet:

-      In Absprache mit den betroffenen Städten oder Gemeinden wird nach Projekten gesucht, mit denen die Bahnhöfe belebt werden können, z.B. durch eine sozio-kulturelle Einrichtung oder durch ein Geschäft (Zeitungen, Lotto…)

-      Die 44 Bahnhöfe bleiben für die Reisenden geöffnet und dort werden beheizte Warteräume eingerichtet (vielleicht mit längeren Öffnungszeiten) und es besteht die Möglichkeit, Personen mit einer Beeinträchtigung Hilfe zu bieten

-      In jedem der betroffenen Bahnhöfe muss ein Fahrkartenautomat zu finden sein und für den Fall, dass ein Reisender Hilfe braucht, muss das Callcenter der Bahn erreichbar sein. Übergangsweise werden Bahnmitarbeiter dabei helfen, Fahrscheine zu lösen

-      Die Bahngesellschaft sucht nach Möglichkeiten, um Betriebe der öffentlichen Hand, wie z.B. die Post (Bpost), dazu zu bringen, an ihren Schaltern auch Fahrkarten zu verkaufen.

Damit ist die Sache aber noch nicht vom Tisch, auch wenn die Bahn ihr Ansinnen umsetzen kann und auch wenn der Streit zwischen der Bahnchefin und dem Verkehrsminister offenbar nur ein „Sturm in einem Glas Wasser“ war.

Die Eisenbahnergewerkschaften, einige politische Parteien und die Fahrgastverbände lehnen das Vorhaben auch weiterhin rundweg ab. Die frankophone Fahrgastvereinigung Navetreurs.be hat eine Online-Petition gegen die Schalterschließungen initiiert, auf der bereits hunderte Pendler und andere Bahnreisende unterschrieben haben.  

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