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Streudienste unterwegs, vereinzelt Eisglätte, Hochbetrieb in der Notaufnahme, Hoffnung für Schlittschuhläufer

In der Nacht zum Dienstag haben die Streudienste der flämischen Landesbehörde für Straßen und Verkehr (AWV) rund 3.600 Tonnen Salz gestreut. Im Großen und Ganzen sind die Straßen frei, doch lokal kann es immer wieder zu Eisglätte kommen. Inzwischen registrieren die Krankenhäuser viele Patienten mit Brüchen oder Verstauchungen, weil sie ausgerutscht sind. Dies und anderes mehr zu den Eistagen in Belgien.

VRT-Wettermann Frank Deboosere kündigt für Dienstag wieder einen eiskalten Tag an: „Es schneit ein wenig vor allem im Süden. Aus Richtung Norden kommen Aufklarungen. Höchsttemperaturen um Minus 4°C mit einem Nord-Ostwind.“

Straßen und Verkehr

„In der vergangenen Nacht haben wir 3.600 Tonnen Salz gestreut. Das zeigt, dass es doch eine sehr scharfe Nacht war“, sagte AWV-Sprecherin Veva Daniels gegenüber VRT NWS. Am Montagabend seien viele Wagen wieder ausgerückt: „Es hatte an mehreren Orten im Land wieder angefangen zu schneien, also sind wir wieder ausgefahren, um dafür zu sorgen, dass die Straßen am Morgen wieder frei waren.“

VRT-Verkehrsredakteur Hajo Beeckmann geht davon aus, dass der Verkehr mehr oder weniger problemlos verlaufen kann. Aber, er warnt auch vor Glätte durch gefrierende Nässe unter dem neuen Schnee: „Das verursacht eine sehr dünne glatte Schicht und Eisflächen, die man oft nicht sehen kann. Das ist auf jeden Fall auf kleineren Nebenstraßen der Fall, wo weniger Autos unterwegs sind, auf Brücken und auf Bürgersteigen und Radwegen. Das kann aber auch der Fall auf der linken Fahrspur von Autobahnen sein.“

Man habe noch rund 108.000 Tonnen Streusatz in Reserve, so Daniels: „Seit Beginn dieses Wintereinbruchs wurden knapp 11.000 Tonnen genutzt. Wir haben also absolut noch genügend Streusalz.“ In der Region Brüssel-Hauptstadt wird deutlicher vor glatten Straßen gewarnt, so die Verkehrsexperten.

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Von Notfallpatienten und Müllmännern

In einigen Krankenhäusern des Landes war zeitweise Hochbetrieb in den Notaufnahmen, da viele Leute auf glatten und vereisten Bürgersteigen ausgerutscht waren und sich dabei Brüche, Verstauchungen oder heftige Prellungen zugezogen haben. Alleine in den ZNA-Krankenhäusern in Antwerpen mussten am Montag rund 90 Patienten behandelt werden.

In einigen Städten und Gemeinden in Flandern und in Brüssel wird unter Umständen an diesem Dienstag der Müll nicht abgeholt. Das ist vor allem dort der Fall, wo nicht ausreichend geräumt wurde. Die Kommunen bitten um Verständnis. Und in der Provinz Limburg wird um besonderen Respekt für die Müllmänner gebeten, da diese ihre Arbeit in diesen Tagen unter besonders widrigen Umständen erledigen müssten. 

Schlittschuhlaufen?

Überall in Flandern hoffen die Menschen, dass man bald Eis- oder Schlittschuh auf zugefrorenen Wasserläufen, Teichen und Seen kann, doch die lokalen Behörden warnen noch davor. Noch nicht überall sei die Eisdecke dick genug, um Menschen auszuhalten.

Die Stadtverwaltung von Damme in Westflandern appelliert an die Menschen, die sich in Schnee und Eis vergnügen, davor, Steine oder Stöcke auf das Eis der Damse Vaart zu werfen. Dadurch könnten Löcher und Unebenheiten entstehen, die für Eisläufer auf diesen Kanal zwischen Brügge und dem niederländischen Grenzort Sluis gefährlich werden können. Bei der Stadt heißt es dazu: „Ende der Woche messen wir die Eisdicke und dann können wir beschließen, ob wir die Vaart für Eis- und Schlittschuhläufer freigeben können.“ 

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Von Obdachlosen in den Städten und von Tieren auf Weiden

Überall im Land suchen Sozialarbeiter in diesen eiskalten Zeiten nach Obdachlosen, um diese in sichere warme Räume zu bringen. In den leisten größeren Städten, wie Ostende, Gent oder Brüssel werden die Obdachlosen aktiv aufgespürt. „Niemand könne unter solchen Umständen draußen schlafen“, heiß es dazu. Alleine die Stadt Brüssel hat die Aufnahmekapazitäten in den Wärmelokalen um rund 250 zusätzliche Betten und Schlafplätze erweitert.

Inzwischen rufen zahlreiche Gemeinden dazu auf, dass sich Landwirte und Tierhalter, die ihre Tiere, z.B. Pferde, Rund und Kühe oder auch Schafe, die gerade ihre Lämmer zur Welt gebracht haben, noch auf Wiesen und Weiden haben, diese entweder in die Ställe zu bringen, ihnen Unterstände zu bauen, falls diese nicht vorhanden sind, oder aber zumindest mit ausreichend Wasser und Nahrung zu versorgen. Einige Gemeinden kündigten an, dass die Polizei dies kontrolliere und das bei Nichtbefolgung dieses Aufrufes auch Anzeigen wegen Tierquälerei erstattet werden könnten. 

Lager von Obdachlosen in Brüssel
Ostende: "Hier kann niemand draußen schlafen"

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