Jesuitenpater und Wegbereiter des Umweltschutzes in Flandern, Luc Versteylen, gestorben

Luc Versteylen ist am Mittwoch im Alter von 93 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Der Jesuitenpater hat die Umweltschutzbewegung in Flandern aus der Taufe gehoben und die Bewegung “Anders gaan leven” (Agalev) gegründet. Aus der politischen Partei Agalev sind die flämischen Grünen (Groen) hervorgegangen. 

Versteylen war auch der Gründer der alternativen Denkfabrik "Leven in de brouwerij", die sich in einer ehemaligen Brauerei in Viersel niedergelassen hatte.  Seiner Initiative ist auch der Wald für die Kinder zu verdanken, der 1996-1997 nach der Dutroux-Affäre zum Gedenken an vermisste Kinder angepflanzt wurde. 

Luc Versteylen wurde am 11. September 1927 in Borgerhout in der Provinz Antwerpen geboren. In seiner Jugend war er kurz Mitglied einer flämischen Gruppe mit einer faschistischen Gesinnung, bestritt aber stets, Mitglied des aktiven Flügels und ein Kollaborateur gewesen zu sein. 1945, im Alter von 18 Jahren trat er in den Jesuitenorden ein und wurde vierzehn Jahre später zum Priester geweiht. 

In den 1970er Jahren trat Luc Versteylen als Aktivist auf und gründete 1976 die flämische Umweltbewegung "Anders gaan leven", besser bekannt als Agalev. Später distanzierte er sich von der Partei, da er seine Grundprinzipien nicht mehr wiedererkannte. 

2011 wurde Versteylen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, aber die Klage wurde von der Antwerpener Staatsanwaltschaft wegen Verjährung abgewiesen. 

Der Gründer von Agalev hat zahlreiche Preise für sein Engagement erhalten. 

"Sein ganzes Leben stand im Zeichen des Engagements. Wir wünschen allen, die ihm nahe stehen, viel Kraft", twitterte die aktuelle Groen-Vorsitzende Meyrem Almaci. 

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