Mawdas Eltern erhalten dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Belgien

Die Eltern von Mawda, dem irakisch-kurdischen Mädchen, das bei einer Verfolgungsjagd durch eine Poliizeikugel getötet wurde, haben eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Das hat der Staatssekretär für Asyl und Migration, Sammy Mahdi (CD&V) bereits im Dezember beschlossen, wurde aber erst jetzt bekannt. "Wir müssen versuchen, diesen Menschen den Frieden zu geben, den sie verdienen", sagte Mahdi in De Ochtend auf Radio 1. Im Prozess um den Tod der zweijährigen Mawda soll heute ein Urteil in erster Instanz folgen.

Das Mädchen starb vor knapp drei Jahren, nachdem die Polizei den Lieferwagen mit etwa 30 Transmigranten an Bord unter Beschuss nahm. Mawda war mit ihren Eltern und ihrem Bruder auf dem Weg nach Großbritannien. Auf der Fahrt durch Belgien kam es zu einer Verfolgungsjagd. Ein Beamter schoss und traf Mawda in die Wange. Das Mädchen starb. 

Während der Ermittlungen war die vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung der Eltern regelmäßig erneuert worden. Im Dezember beschloss der Staatssekretär für Asyl und Migration Sammy Mahdi (flämische Christdemokraten der CD&V), ihnen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu gewähren. 

"Die Eltern mussten ihr Kind hier begraben. Wir sollten versuchen, diesen Menschen den Frieden zu geben, die sie verdienen. Es stimmt, dass die Eltern Entscheidungen getroffen haben, die ich nur schwer verstehen kann. Aber unabhängig davon, ist ihr Kind hier begraben. Und wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass sie dieses Grab von Zeit zu Zeit besuchen wollen", sagte der Staatssekretär (Foto unten). 

Der Staatssekretär verließ sich auf seinen Ermessensspielraum, um Mawdas Eltern ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu gewähren. "Die Verfahren sind klar, jeder kann einen Asylantrag stellen und jeder kann um internationalen Schutz bitten. Dafür gibt es Regeln. Aber abgesehen davon gibt es auch humanitäre Ausnahmen, wo man etwas tun kann. Das hat die Regierung in diesem Fall gemacht”, sagte der Staatssekretär.  

Die Nachricht von der Regularisierung für Mawdas Eltern wird genau an dem Tag bekannt, an dem das erstinstanzliche Urteil des Strafgerichts von Mons erwartet wird.

Der Polizist, der den Schuss abgegeben hat, der mutmaßliche Fahrer und der mutmaßliche Schmuggler stehen dort vor Gericht. 

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