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Virologe Van Gucht: "Starker Rückgang der Infektionen bei Menschen über 80 Jahre”

Die Corona-Zahlen in Belgien haben sich stabilisiert. Ein ermutigendes Ergebnis, aber die Zahlen bleiben zu hoch und damit hält auch das Risiko einer Aufflackerung der Epidemie an. So lautet die Analyse von Steven Van Gucht, Virologe beim belgischen Gesundheitsinstitut Sciensano auf der Pressekonferenz am Freitagvormittag. Es sei auch zu früh, um die Folgen der Impfungen zu erkennen. 

"Die Infektionen und Krankenhausaufenthalte schwanken von Woche zu Woche. Heute sehen wir einen 13-prozentigen Rückgang der bestätigten Infektionen und einen leichten Rückgang von 1 Prozent bei den Krankenhauseinweisungen, nachdem diese an sechs Tagen leicht gestiegen waren.  

Da die aktuelle Gesundheitslage durch das kalte Winterwetter, die Verbreitung der britischen Virusvariante und den Schulbetrieb erschwert wird, sind die neuesten Corona-Zahlen ermutigend. Dennoch sollten wir nicht vergessen, dass die Zahlen hoch bleiben und das Risiko einer Aufflackerung anhält, sagte Van Gucht.  

Infektionsrate bei den über 80- und 90-Jährigen sinkt stark

Der Senkung findet in allen Altersgruppen statt, am stärksten jedoch bei den über 80-Jährigen und über 90-Jährigen: “25 Prozent der über 80-Jährigen und 35 Prozent der über 90-Jährigen”, erklärt Van Gucht.  

17 Prozent der über 80-Jährigen sind mittlerweile geimpft worden. 11 Prozent haben eine zweite Dosis erhalten. Bis dass man die Folgen der Impfkampagne sehen könne, müsse man sich noch ein paar Wochen gedulden, so der Sciensano-Virologe: "Erst müssen die Bewohner der Seniorenheime auch die zweite Dosis erhalten haben, bevor die Impfung sich auf die Corona-Zahlen auswirkt. Außerdem gibt es immer noch Einrichtungen, in denen die Impfung wegen eines Corona-Ausbruchs noch nicht durchgeführt werden konnte.” 

Britische Variante auf dem Vormarsch

Van Gucht wies auch darauf hin, dass in der ersten Februarwoche (1.-7. Februar) 1 von 3 bestätigten Infektionen durch die britische Variante des Corona-Virus verursacht wurde (34,4 Prozent, Anm. d. Red.) und knapp 5 Prozent durch die südafrikanische (4,7 Prozent, Anm. d. Red.). 

In der letzten Januarwoche (25.-31. Januar) handelte es sich bei 20 Prozent der Fälle um eine Infektion mit der britischen Variante und bei 3,2 Prozent um eine Infektion mit der südafrikanischen Variante. Die britischen Variante ist also auf dem Vormarsch, so die Feststellung von Sciensano. 

Den Wochenbericht mit allen detaillierten Zahlen, der auch die Zahlen zu den Varianten enthält, können Sie auf der Website von Sciensano lesen. 

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