Alle Bürger werden benachrichtigt: Wie verlaufen die Impfphasen in Belgien?

Auch in Belgien wird inzwischen umfassend gegen das Corona-Virus geimpft. In einer ersten Phase (1A) wurden die Bewohner und die Beschäftigten von Senioren- und Pflegewohnheimen, das Krankenhauspersonal, Gesundheitsdienstleister, Familien- und Seniorenhelfer und andere Betreuer von Risikopatienten geimpft. Jetzt werden die nächsten Schritte vorbereitet. Die regionalen Behörden organisieren die Impfkampagne jeweils in den Ländern und Regionen in Belgien. Dazu stehen 94 Impfzentren zur Verfügung. 

Die Phase 1B ist inzwischen ebenfalls angelaufen. Hierbei werden Senioren über 65 Jahre, Risikopatienten ab 18 Jahre und einzelne spezielle Berufsgruppen berücksichtigt. Die Phase 1b startet voraussichtlich im März. Ein genaues Datum kann noch nicht festgelegt werden, da die konkrete Planung maßgeblich von der Verfügbarkeit der Impfstoffe abhängt. In dieser Phase kommen folgende vier Personengruppen an die Reihe:

1. Alle noch nicht geimpften Personen über 65 Jahre

2. Menschen zwischen 18 und 64 Jahren mit folgenden Risikofaktoren:

- Hämatologische Krebsarten

- Chronisches Nierenleiden

- Chronische Niereninsuffizienz – Dialysepatienten

- Chronische Lebererkrankung

- Down-Syndrom

- Patienten, die auf eine Organtransplantation warten

- Immungeschwächte Patienten (nicht HIV)

- Immunschwächesyndrom (AIDS-HIV)

- Seltene Krankheiten

3. Personen zwischen 45 und 64 Jahren mit weiteren folgender Risikofaktoren:

- Chronische Atemwegserkrankung

- Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen

- Obesitas (krankhaft)

- Diabetes Mellitus Typ 1 & 2

- Chronische neurologische Erkrankungen / Demenz

- Bösartiges Neoplasma

- Bluthochdruck

4. einzelne spezifische Berufsgruppen

Alle in der Phase 1b impfberechtigten Personen werden in einer landesweiten Datenbank erfasst. Diese Datenbank wird aus dem Bevölkerungsregister sowie aus den Registern der Krankenkassen gespeist. Bei den Krankenkassen liegen insbesondere die Angaben zu chronisch Kranken und Risikopatienten vor. Eine Software sortiert und priorisiert die Personen in dieser Datenbank nach Alter und anderen medizinischen Kriterien. Dann werden die Personen der Reihe nach eingeladen, einen Impftermin auszumachen.

Alle, die in Phase 1b geimpft werden können, erhalten in der vorgegebenen Reihenfolge und abhängig von der Verfügbarkeit der Impfstoffe ein Informations- und Einladungsschreiben von den regionalen Gesundheitsministerien. Die Einladungen enthalten einen Code, mit dem man sich im Internet für einen Impftermin und für die Nachimpfung (bei einem Impfstoff, der zwei Dosen erforderlich macht) eintragen kann. Es gibt aber auch die Möglichkeit, telefonisch einen Termin zu vereinbaren, wenn kein Internetanschluss vorliegt.

Wer seine E-Mail-Adresse und/oder Mobilfunknummer bei seiner Krankenkasse angegeben hat, wird zusätzlich elektronisch eingeladen. Auch über diese elektronische Einladung kann ein Impftermin vereinbart werden. 

Phase 2 für alle anderen Bürger

In der Phase 2 wird die breite Bevölkerung ab einem Alter von 18 Jahren geimpft, also der erwachsene Teil der Bevölkerung. Wann Phase 2 der Impfkampagne startet, ist noch nicht abzusehen. Das hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Impfstoffe in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen. Sobald der Beginn der Phase 2 abzusehen ist, werden alle nötigen Informationen dazu veröffentlicht werden. Fest steht, dass auch in Phase 2 jeder Bürger, der impfberechtigt ist, eine Einladung erhalten wird - brieflich oder/und online.

Umfassende Hilfe und Information zum Thema Corona-Impfung(en) bietet die Internetseite www.ichlassemichimpfen.be. Allerdings können die Bürgerinnen und Bürger von sich aus vorerst nichts unternehmen, um einen Impftermin zu erhalten, um sich ihre persönliche Impfdosen zu reservieren oder um sich einen Impfstoff auszusuchen. 

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