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Bart De Wever schlägt CSU-ähnlichen Mitte-Rechts-Block für Flandern vor

Bart De Wever (Foto), der Vorsitzende der flämischen Nationaldemokraten N-VA, hat in einem Gespräch mit der Sonntagszeitung „De Zondag“ für einen breiten Mitte-Rechts-Block zwischen seiner Partei, den Christdemokraten (CD&V) und den Liberalen (Open VLD) geworben. Dabei führte er das Beispiel der CSU in Bayern an. Der flämische Nationaldemokrat befürchtet eine Unregierbarkeit seines Bundeslandes, denn „Es gibt hier zu viele Parteien.“

Zu viele Parteien im belgischen Bundesland Flandern seien nicht gesund, so De Wever in „De Zondag“: „Ich nenne das die Balkanisierung Flanderns. Wenn wir nicht aufpassen, wird auch Flandern bald unregierbar.“

Der N-VA-Vorsitzende und Bürgermeister von Antwerpen hält deshalb die Bildung eines kräftigen Mitte-Rechts-Blocks für eine gute Alternative, denn Mitte-Rechts sei die politische Grundhaltung in seinem Land: „Ein breiter Zentrum-Rechts-Block nach dem Vorbild der CSU in Bayern wäre eine tolle Geschichte. Das würde eine konservative und wirtschaftsliberale Gemeinschaftspartei bedeuten. Eine Mehrheit der Flamen könnte sich darin wohlfühlen.“

Bart De Wever ist in dieser Frage der Ansicht, dass die Wähler der anderen zentrumsrechten Parteien in Flandern frustriert seien, weil diese auch Teil der sogenannten „Vivaldi“-Regierung auf belgischer Bundesebene mit Sozialisten und Grünen seien: „Die konservativen Wähler der CD&V sind frustriert, weil sie sich in Vivaldi nicht wohlfühlen und die liberalen Wähler der Open VLD sind frustriert, weil sie in einer linken Partei wachgeworden sind. Und die Wähler der N-V sind frustriert, weil wir als größte Partei in Flandern zur Seite geschoben wurden. Und wer ist der lachende Dritte? Die Antisystempartei Vlaams Belang! Dieser Partei machen wir es zu einfach.“

Der N-VA-Vorsitzende setzt weiterhin auf ein konföderales Belgien mit deutlich mehr Macht für die Länder und Regionen, denn man müsse aufpassen, dass Flandern nicht so unregierbar werde, wie aktuell die belgische Bundesebene: „Erst muss die belgische Falschspielerei aufhören. Sonst werden CD&V und Open VLD niemals über so etwas nachdenken. Danach wird das Zusammenschmelzen von selbst passieren. Alle diese Wähler haben so viel gemein, dass sie in ein und derselben Partei zuhause sein müssen.“ 

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