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Biostatistiker Molenberghs: "Die britische Corona-Variante setzt uns unter Druck"

Seit einigen Tagen sinken die Corona-Werte in Belgien, auch und gerade die neuen Ansteckungen mit dem Corona-Virus. Das sind hoffnungsvolle Nachrichten, doch ist jetzt auch wirklich eine Trendwende zu erwarten? Geert Molenberghs, Biostatistiker an den Universitäten von Löwen und Hasselt (KU Leuven, UHasselt) bleibt zurückhaltend: „Jede 2. Ansteckung betrifft die britische Variante und diese macht Druck.“ 

Biostatistiker Molenberghs (Foto) wiegt angesichts von sinkenden Corona-Werten auf der einen und von mehr Infizierungen mit der ansteckenderen britischen Virusvariante auf der anderen Seite  gegenüber VRT NWS am Sonntagmorgen ab: „Wir haben ein stabiles Paket an Maßnahmen, in der letzten Zeit wurde mehr eingegriffen (in Sachen Reisen und außerschulische Kontakte (Red.)) und es wird viel mehr getestet. Beim geringsten Ausbruch in einer Schule wird sofort getestet. Das wirft Früchte ab.“

Kann damit eine „dritte Corona-Welle“ vermieden werden? Da ist sich der Biostatistiker nicht ganz sicher und bleibt zurückhaltend: „Wir sind nie zu 100 % sicher. Die britische Variante sitzt in unserem Land zu 50 %. Jede zweite Ansteckung betrifft diese Variante. Ende dieses Monats wird dies 80 % sein und für Ende März gehen wir davon aus, dass sie bei 95 % auskommen wird. Die britische Variante setzt das System mehr unter Druck.“

Wir sind nie zu 100 % sicher. Die britische Variante sitzt in unserem Land zu 50 %. Jede zweite Ansteckung betrifft diese Variante. Ende dieses Monats wird dies 80 % sein und für Ende März gehen wir davon aus, dass sie bei 95 % auskommen wird. Die britische Variante setzt das System mehr unter Druck.“

Geert Molenbergs, Biostatistiker (KU Leuven und UHasselt)

Doch Belgien sei dort angelangt, wo man gerade ist und dies ohne wirklich stark ansteigende Werte und Statistiken: „Mit guten starken Maßnahmen, wie derzeit, wissen wir, dass wir die Variante unter Kontrolle halten können, ohne, dass wir zulegen müssen.“

Allerdings befürchten Molenberghs und andere Corona-Experten, dass die neuen Lockerungen, wie das Öffnen der Frisörsalons, einen negativen Einfluss auf die Entwicklung haben könnten: „Alle zusätzlichen Kontakte führen zu einem Risiko. Andererseits arbeiten wir mit scharfen Protokollen. Wir befinden uns in einer Periode, in der die Zahlen sinken und in der Ferien sind (die Krokusferien (Red.)), genauso, wie in den Herbstferien letztes Jahr. Das bedeutet, dass die Kontakte abnehmen, denn weniger Leute gehen zur Arbeit. Genau zu dem Zeitpunkt also, in dem die Werte sinken, kann das der Kurve einen Schub in die richtige Richtung geben.“ 

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