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Pikanter Nebenverdienst: Schule beendet Zusammenarbeit mit Aushilfslehrerin

Eine katholische Schule in Ostflandern hat die Zusammenarbeit mit einer Aushilfslehrerin beendet, nach dem Schulkinder im Internet festgestellt hatten, dass diese einen Nebenjob als Pornodarstellerin hat. „Die Lehrerin hatte in den vergangenen sechs Wochen in Teilzeit als Interimskraft bei uns gearbeitet. Über den professionellen Auftrag der Lehrerin haben uns keine Klagen erreicht, doch die Direktion und die betroffene Lehrperson haben im einvernehmen die Zusammenarbeit beendet“, hieß es von Seiten der Schule. Doch wie ist solch ein Vorfall arbeitsrechtlich zu betrachten?

Die Eltern einiger Schulkinder stellten sich die Frage, ob diese Frau noch vor der Klasse stehen könne und forderten von der Schule eine Reaktion. Die Direktion hatte sich mit den Eltern und den Schulkindern zusammengesetzt und diese Sache intern besprochen.

Um den Schutz des Privatlebens der Betroffenen nicht zu verletzen, gebe man keine weiteren Details, verlautete aus der Schule: „Um die gute Arbeit der Schule im Interesse unserer Schüler und dem Schulteam bitten wir alle Betroffenen darum, den Vorfall mit Ruhe und Gelassenheit zu betrachten.“

Im vorliegenden Fall haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer untereinander einigen können, doch im belgischen Arbeitsrecht ist festgeschrieben, dass man einen Beschäftigten nicht wegen seines Verhaltens im privaten Bereich entlassen kann, wie ein Arbeitsrechtler beim HR-Unternehmen SD Workx verdeutlicht: „Es kann aber vorkommen, dass ein Arbeitgeber feststellt, dass das Vertrauen derart gestört ist, dass dies zu einer Entlassung führen kann, doch ein solcher Vorgang muss genau geprüft werden.“

Ein Arbeitgeber hat nach belgischen Gesetz nicht die Freiheit, einen Mitarbeiter wegen Handlungen in dessen Privatleben zu entlassen, die nicht gegen das Gesetz verstoßen. Zwar ist dies im Arbeitsrecht bzw. in Arbeitsverträgen in unserem Land nicht (immer) präzise umschrieben, doch dies kann von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich angegangen werden. Laut SD Worx kommt es in Belgien allerdings nur sehr selten vor, dass das Verhalten im Privatleben zu einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses führt.  

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