Klaus Vedfelt

Studierende in einer WG gelten als ein Haushalt und dürfen eine Kontaktblase bilden

Studierende, die eine Wohnung teilen, können als ein Haushalt betrachtet werden. Für sie gelten also dieselben Gesundheitsregeln wie für Familien, die zusammenwohnen. Das hat die belgische Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) im VRT-Rundfunk erklärt. 

Die Diskussion über Studierende, die eine Wohnung teilen, war schon mehrmals entbrannt. Die Corona-Maßnahmen in Belgien schreiben vor, dass enge Kontakte nur mit den Personen aus dem eigenen Haushalt erlaubt plus ein sogenannter “Knuffelcontact” von außerhalb. Das brachte die Studierenden in eine Zwickmühle, denn sie sind im Haushalt ihrer Eltern eingetragen und mussten von ihren Mitbewohnern in ihrer Wohngemeinschaft Abstand halten. 

Der flämische Bildungsminister Ben Weyts (N-VA) setzt sich seit langem für eine "Kontaktblase" für Studierende ein, die in einer WG leben und also als Haushalt betrachtet werden können.  

Vier Studierende, die zusammen in einer Studenten-WG in Gent wohnen, wurden am Wochenende von der Polizei mit einem Bußgeld von je 250 Euro belegt, weil sie spät nachts auf ihrem Balkon Musik spielten. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um einen Verstoß gegen die Corona-Regeln. Die Eltern der Studierenden reagierten entrüstet. 

Die belgische Innenministerin Annelies Verlinden möchte sich zu diesem konkreten Fall nicht äußern, verdeutlicht aber den ministeriellen Beschluss: “Ein Haushalt besteht aus allen Personen besteht, die unter einem Dach leben. Es muss also nicht unbedingt eine traditionelle Familie sein. Auch Studierende können einen Haushalt bilden, wenn sie seit Anfang an unter einem Dach leben". 

Das bedeutet aber auch, dass die Studierenden nicht zwischen ihrer WG und dem Haus ihrer Eltern hin und her pendeln dürfen. 

Der flämische Studentenverband freut sich über die Verdeutlichung der Ministerin, fordert aber mehr Rechtssicherheit, um zu vermeiden, dass Studenten, die zusammenleben, in Zukunft noch mit einer Geldstrafe belegt werden könnten. "Eine Form der Registrierung könnte eine Lösung sein", sagte ihr Präsident Dylan Couck.

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