Testprojekt in Anderlecht: Nachhaltige Wasserstoff-Gewinnung aus Sonnenlicht und Wasserdampf

Die Universität von Löwen (KU Leuven) und der belgische Gasnetzbetreiber Fluxys werden ein Jahr lang eine umweltfreundliche Produktion von Wasserstoff als Energiequelle testen. Dabei soll Wasserstoff nachhaltig aus Sonnenlicht und Wasserdampf gewonnen werden. Die dazu notwendigen Paneele stehen auf dem Dach des Fluxys-Forschungszentrums im Brüsseler Stadtteil Anderlecht.

Die Produktion von nachhaltigem Wasserstoff aus Sonne und Wasserdampf könnte einen wichtigen Beitrag zur Energiewende liefern, denn auf diese Weise kann dieser Stoff quasi emissionsfrei hergestellt werden. Auf dem Wege, den Fluxys und die Löwener Uni hier gerade beschreiten, wird nämlich kein Treibhausgas CO₂ freigesetzt.

Überdies kann Wasserstoff über einen langen Zeitraum hinweg gespeichert werden. Solche Wasserstoffpaneele könnten also als Ersatz für fossile Energiequellen genutzt werden. Damit könnten auf der einen Seite Gebäude beheizt und auf der anderen Seite sogar Fahrzeuge angetrieben werden, so die Forscher.

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Erfahrungen sammeln

Die Anlagen auf dem Dach des Fluxys-Zentrums in Anderlecht werden in einer ersten Phase dazu genutzt, um Erfahrungen zu machen, wie es dazu von Seiten der Forscher heißt. Die Paneele sind in verschiedenen Richtungen aufgestellt. Die entsprechenden Analysen und Messungen sollen aufzeigen, welche Profile und welche Orientierungen die Zusammenstellung des Wasserstoffs je nach Wetterlage und Tageszeit bzw. Sonnen- und Lichteinfluss beeinflussen.

Mit den hier gesammelten Werten und Erfahrungen soll die dahingehende Forschung weiter präzisiert werden. Der belgische Gasnetzbetreiber Fluxys hat Großes vor und will ab etwa 2025 versuchen, sein Transportnetz für Erdgas zumindest dort, wo es möglich und erforderlich ist, zu einem Wasserstoffnetz auszubauen.

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Wissen teilen

Raphaël De Winter, Direktor der Innovationsabteilung bei Fluxys, sagte dazu gegenüber der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ: „Die Zusammenarbeit mit der KU Leuven ist für uns eine Möglichkeit, unser Wissen zu teilen und um auf diese Weise die Zukunft zu schultern.“ Die Tests finden unter der Leitung des Solhyd-Projekts der Löwener Uni statt. Die KU Leuven arbeitet und forscht bereits seit 2011 mit diesem Projekt an der Entwicklung von Wasserstoff und den entsprechenden Paneelen. Der Bau dieser Anlage hier wird seit 2 Jahren vorbereitet.

Jan Rongé (Foto unten), einer der beteiligten Wissenschaftler der KU Leuven, sagte gegenüber VRT NWS, dass die Forscher nach einer ersten Vorstellung solcher Wasserstoffpaneele von Anfragen aus dem In- und Ausland regelrecht überflutet wurden: „Viele Leute wollten solche Paneele bei uns bestellen, doch dafür ist es noch viel zu früh.“

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Hochinteressanter Stoff  

Wasserstoff weckt seit Jahren ein großes Interesse. Dieser Stoff kann sowohl Elektrizität, als auch Wärme und andere Energie erzeugen. Noch ist die Produktion von Wasserstoff recht (energie)aufwendig, doch z.B. bei der Herstellung bestimmter chemischer Produkte fällt Wasserstoff als Nebenprodukt ab. Dieser Wasserstoff wird z.B. auch bei Tests und Probefahrten von Wasserstoff-Zügen genutzt. 

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