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“Britische Variante länger ansteckend”: Experten überlegen, ob Belgien Quarantäne anpassen soll

Neue Untersuchungen zeigen, dass Patienten, die mit der britischen Variante des Corona-Virus infiziert sind, auch länger ansteckend bleiben. Infolgedessen werden diese Corona-Patienten in Zukunft möglicherweise länger in Quarantäne bleiben müssen. 

Forscher der amerikanischen Universitäten Harvard und Yale vermuten, dass unser Immunsystem 30 Prozent mehr Zeit braucht, um eine Infektion mit der britischen Corona-Variante in unserem Körper zu bekämpfen. 

Eine logische Folge dieser Ergebnisse könnte sein, dass die Quarantänezeiten angepasst werden müssen. "Die belgische Expertengruppe, die die Behörden berät, wird sich mit dem Thema befassen", sagte der Vakzinologe Pierre Van Damme während der wöchentlichen Fragestunde der Impfungs-Taskforce 

"Wir werden uns auch die Protokolle im Vereinigten Königreich ansehen. Vielleicht wird sich die längere Ansteckungszeit auf die Dauer der Quarantänezeit auswirken und/oder beispielsweise auf die Zeit zwischen wiederholten Corona-Tests.” 

Britische Corona-Variante: 34 Prozent aller Testergebnisse

Die belgischen Experten gehen davon aus, dass die dominantere britische Variante, die mittlerweile 34 Prozent der aller Testergebnisse in Belgien darstellt, weiter auf dem Vormarsch ist. Deswegen erweist sich eine erneute Überprüfung der Quarantänevorschriften als notwendig.  

Die südafrikanische Variante soll 4 % aller Testergebnisse ausmachen, während die brasilianische bei weniger als 0,5 % liegt. Sollte die britische Variante in Belgien vorherrschen, wäre das nicht unbedingt eine Katastrophe,  so die Expertengruppe, da die aktuellen Impfstoffe wirken. Bei der südafrikanischen und brasilianischen Variante ist die Wirksamkeit der Impfstoffe deutlich geringer.  

Ob die britische Variante ebenfalls schwerere Erkrankungen verursacht als eine "klassische" Infektion mit der Wuhan-Variante, ist noch nicht geklärt und muss noch weiter erforscht werden.   

Neue Zahlen zeigen, dass diejenigen, die bereits eine Corona-Infektion (die klassische Variante) hatten, durch die Autoimmunität durchschnittlich 5 bis 8 Monate lang geschützt bleiben. 

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