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Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke: erst in 3 Wochen beurteilen, ob Lockerungen möglich sind

Der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A) geht nicht davon aus, dass auf der Sitzung des Beratungsausschusses am kommenden Freitag Lockerungen der Corona-Maßnahmen beschlossen werden. “In drei Wochen wird die britische Variante des Corona-Virus in Belgien dominieren. Wir können dann erst den Ansteckungsgrad dieser Variante beurteilen”, so Vandenbroucke am Sonntag in den Nachrichten beim Privatsender VTM.  

Laut Vandenbroucke brauchen wir keine Angst vor den neuen Corona-Varianten zu haben, wenn wir uns an die Regeln halten. "Wir haben einen soliden Damm gebaut. Problem entstehen, wenn der Damm löchrig wird", sagte der Minister. Eine "vernünftige Entscheidung" über Lockerungen könne nur getroffen werden, wenn mehr Klarheit über die Ansteckungsfähigkeit der britischen Variante bestehe. 

Präsenzunterricht erfordert anderweitig Strenge

Auf dem Beratungsausschuss am Freitag will Vandenbroucke die Aktionen der verschiedenen Regierungen aufeinander abstimmen. Wichtige Lockerungen seien nicht zu erwarten, sagte er. “Wir sollten nicht vergessen, dass die belgischen Corona-Maßnahmen zu den lockersten in Europa gehören. Gerade weil die Schulen geöffnet bleiben sollen, sind wir in anderen Bereichen streng", sagte er. 

Kein striktes Reiseverbot in den Osterferien?

Ein striktes Reiseverbot wie in den Karnevalsferien sei wegen der europäischen Regeln für freien Verkehr in den Osterferien nur schwer durchsetzbar, “aber ins Ausland zu reisen ist unklug”, ". Der Minister will mit den Ländern klare Absprachen über eine strikte Testpflicht bei der Einreise in Belgien treffen. 

Frust über Impfkampagne

Was die Impfung betrifft, versteht der Minister den Frust der Bevölkerung. “Wir sind frustriert über die Produktionsprobleme und impfen im Rhythmus der Lieferungen", so Vandenbroucke, der anmerkte, dass einige Unternehmen zu hohe Versprechungen gemacht hätten. Länger mit einer zweiten Dosis zu warten, um mehr Menschen impfen zu können, sei für ihn keine Option: "Auf dem Beipackzettel von Pfizer steht, dass eine zweite Dosis nach 21 Tagen verabreicht werden muss. Es muss vorschriftsmäßig gemacht werden, sonst hat es keinen Sinn". 

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