Sipke Gonggrijp

Außergewöhnliche Pflanzen an den Ufern der Maas seit den Eingriffen am Flussbett

Naturforscher und Wissenschaftler entdecken an den Ufern der Maas in der Provinz Limburg seit einiger Zeit Pflanzen, die teilweise seit rund 50 Jahren hier als verschwunden galten. Dies liegt eindeutig an den Eingriffen in das Flussbett der Maas, die teilweise vertieft und verbreitert wurde. Und doch liegt diese Geschichte noch viel weiter zurück…

Die Eingriffe hatten zum Ziel, die Sommerbettung der Maas zu verbreitern und die Winterbettung zu vertiefen. Gleichzeitig wurden neue Auenlandschaften angelegt, damit die Maas bei Hochwasser über ihre Ufer treten kann. 

Diese Arbeiten haben vor allem für die Flora am Maasufer zu erstaunlichen Entdeckungen geführt. „Durch die Arbeiten an der Bettung der Maas ist alte Saat zum Vorschein gekommen und wir sehen, dass hier alte Pflanzen wieder blühen“, sagte Sipke Gonggrijp von der Stiftung Hortus aus Alkmaar in den Niederlanden gegenüber dem VRT-Regionalsender Radio 2/Limburg.

„Wir sehen jetzt wieder außergewöhnliche einheimische und exotische Arten“, so Gonggrijp weiter. Dabei handelt es sich um Pflanzen mit so seltsamen Namen wie Kopfnelke, auch Sprossendes Nelkenköpfchen genannt, Klappertöpfe oder auch Roter Augentrost. „Einige dies dieser Pflanzen suchen eher die Nähe zum Wasser, während andere eher die Uferböschung bevorzugen“, so Sipke Gonggrijp weiter dazu.

Die Saat dieser Pflanzen ist über die Wollindustrie in Verviers über die Weser und die Ourthe in die Maas gelangt.“

Sipke Gonggrijp, Stiftung Hortus in Alkmaar

Inzwischen werden hier auch eher exotische Pflanzen entdeckt, darunter sind auch Malven und Schneckenklee und es mag erstaunen, wann und woher diese Pflanzen den Weg zu den Ufern der Maas gefunden haben: „Die Saat dieser Pflanzen ist über die Wollindustrie in Verviers (Provinz Lüttich) über die Weser und die Ourthe in die Maas gelangt. Wolle aus Afrika, Nordamerika und Australien wurde hier ungereinigt angeliefert und dann in der Weser gewaschen. Und so kam Saatgut von dort her in die Maas.“

Doch als die Woll- und Textilindustrie in der Wallonie im Allgemeinen und in Verviers im Besondern an Bedeutung verlor und die Produktionen dort beendet wurden, verschwanden diese von dort her kommenden exotischen Pflanzen wieder, doch „dank der Arbeiten in und an der Maas konnte deren Saat wieder keimen und diese alten und besonderen Pflanzen wachsen hier wieder.“ 

Sipke Gonggrijp
Sipke Gonggrijp

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