Lockerungen im flämischen Schulwesen ab dem 15. März möglich

Im Unterrichtswesen im belgischen Bundesland Flandern sollen in drei Wochen am 15. März einige Lockerungen möglich werden. Das bedeutet für die Schulkinder im Grundschul- und Sekundarschulwesen, dass wieder Ausflüge mit der Klasse möglich werden und dass für die Schulkinder in den Sonderschulen wieder Ganztagsunterricht angeboten werden kann. Das sind eigentlich gute Nachrichten, doch die Schulen bleiben noch zurückhaltend.

In vielen Schulen in Flandern findet derzeit der Unterricht im Wechsel in den Klassen und von zuhause aus statt. So ist dies auch der Fall in den flämischen Sonderschulen, doch dort soll ab Mitte März wieder ganztags Präsenzunterricht stattfinden. Das hat auch damit zu tun, dass gerade hier praktischen Unterrichten nur schwerlich über das Homeschooling zu folgen ist. 

Große Vorfreude aber auch Bedenken

Für einige Lehrer und Schüler ist die baldige Möglichkeit, wieder Ganztagsunterricht zu haben, eine gute Sache. Die Lehrpersonen merken, dass ihre Schüler die Schule und den menschlichen Kontakt brauchen. Gerade auch Sonderschulkinder sind auf eine tagtägliche Struktur angewiesen.

Doch einige Schuldirektorien stehen auf der Bremse, wie z.B. Carine Driessens, Direktorin der BuSO-Schule „De Dageraad in Kortessem in der Provinz Limburg: „Wir arbeiten viel rund um das Wohlergehen unserer Schulkinder. Darum sind wir sehr froh darüber, sie wieder regelmäßiger in der Schule begrüßen zu können, doch andererseits, je mehr Leute im Schulgebäude sind, je mehr Maßnahmen müssen wir ergreifen. Wir unterrichten sensible Schüler und daher müssen wir alles daransetzen, das Virus draußen zu halten.“ 

Was sagt Flanderns Bildungsminister Weyts dazu?

Bildungsminister Ben Weyts (N-VA) hatte auf diese Möglichkeiten in den jüngsten Gesprächen mit den Schulträgern in Flandern auf Lockerungen, auf mögliche Schulausflüge und auf mehr Präsenzunterricht gedrängt: „Es ist sicher nicht evident, um unter den heutigen Umständen zu lockern, doch wir hielten es für essentiell, Perspektiven, wie Schulausflüge anzubieten, statt nur hinter dem PC oder in der Klasse zu sitzen.

Daneben wollen wir auch erreichen, dass die zweiten und dritten Schuljahre in der Sekundarstufe wieder Kontaktunterricht folgen können. Wir werden die Lage innerhalb der kommenden beiden Wochen analysieren. Dann wissen wir, welchen Einfluss die britische Corona-Variante hat und hoffentlich können wir dann auch für die Kinder gute Beschlüsse fassen.“ 

Freude bei den Reisebusgesellschaften

Infolge der Corona-Maßnahmen in Flandern (und in ganz Belgien) dürfen Schulausflüge nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt werden, um die Gefahr von Ansteckungen mit Corona zu minimieren. Deshalb setzt das Landesbildungsministerium auf die Reisebusgesellschaften, die gerade auch durch Corona kaum bis keine Aufträge haben (es sei denn, sie werden zur Verstärkung von De Lijn im Nahverkehr eingesetzt).

Hier ist die Freude groß, bald wieder Schulklassen befördern zu können. Doch hier gilt es einige Vorschriften zu beachten. Die Kinder müssen einzeln einsteigen und dann nach und nach nach hinten durchgehen und beim Aussteigen müssen sie wiederum einzeln vorgehen und den Bus verlassen. Da sind sowohl die schulischen Begleiter, als auch die Busfahrer gefordert.

Zudem müssen die größeren bzw. die älteren Schüler Mundmasken tragen, das Benutzen der Bustoiletten ist verboten und die Fahrzeuge werden durch Klimaanlagen und bei Zwischenstopps durch das Öffnen der Türen regelmäßig gelüftet.

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