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AstraZeneca kommt doch seinen Zusagen zu den Impfstoff-Lieferungen nach

Das Pharmaunternehmen AstraZeneca wird dann wohl doch die zugesagte Menge von 180 Millionen Dosen seines Corona-Impfstoffs an die EU liefern. Laut einer Meldung des niederländischen Rundfunks NOS soll die Lieferung spätestens im bzw. bis zum zweiten Quartal dieses Jahres erfolgen. Der zögerliche Nachschub an Vakzinen sorgt auch im belgischen Gesundheitswesen für Frust und kann womöglich die Impfkampagnen negativ beeinflussen.

Flanderns Landesgesundheitsminister Wouter Beke (CD&V) hatte noch am Dienstag im Landesparlament die EU dazu aufgefordert, mehr Druck auf die Pharmakonzerne auszuüben. Diese sollten sich gefälligst an ihre gemachten Zusagen halten, so Beke aufgebracht.

Am Dienstag sah es zunächst so aus, als dass AstraZeneca unserem Land in dieser Woche lediglich 88.800 Impfdosen statt der zugesagten 114.716 Dosen liefern kann. Die nächste Lieferung, die am 3. März erfolgt, soll nur 21.600 statt der zugesagten 90.161 Dosen umfassen.

Im Laufe der kommenden Wochen würden diese Lieferengpässe mit zusätzlichen Ladungen aber ausgeglichen werden, so AstraZeneca. Auch Moderna kann derzeit nicht die Mengen liefern, die unserem Land zugesagt wurden. Bisher erfüllt lediglich Pfizer/BioNTech alle getroffenen Abmachungen.

Impfdosen für eine halbe Million Euro bestellt

Inzwischen hat Belgien bereits eine halbe Milliarde Euro für den Ankauf von Impfstoffen freigemacht, wie Eva De Bleeker (Open VLD), Staatssekretärin für den Haushalt, mitteilte. Belgien hat ihren Angaben zufolge inzwischen 44,8 Millionen Impfdosen bestellt.

Ob das alles einen negativen Einfluss auf die Planungen zu den Impfungen in Belgien haben wird, bleibt abzuwarten. Ein Wehrmutstropfen ist auch, dass nicht alle Personen, die derzeit nach Plan in Belgien geimpft werden, auch in den Impfzentren auftauchen. Dabei werden in diesen Tagen ausgerechnet Hausärzte und andere Mediziner sowie Pflegepersonale aus den Krankenhäusern gegen Corona geimpft. 

In Brüssel und in der Wallonie könnte das aber auch an fehlerhaften Aufforderungen auf elektronischem Wege liegen. Deshalb setzen beide Regionen in Zukunft auf Einladungen per Brief und per Post.  

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