Neuer Aktionstag: Gewerkschaften erhöhen Druck auf Arbeitgeber und Regierung

Die drei großen Gewerkschaften veranstalten am Donnerstag einen landesweiten Aktionstag gegen die Engpässe bei den Verhandlungen mit Regierung und Arbeitgebern. Am Mittwoch waren die Gespräche mit den Arbeitgebern über Lohnerhöhungen gescheitert. Vorerst handele es sich um eine symbolische Aktion, obwohl nicht ausgeschlossen sei, dass es langfristig zu Streiks kommen könnte, hieß es bei den Gewerkschaften. 

Einer der wichtigsten Knackpunkte ist die Frage, wie hoch die Lohn- und Gehaltserhöhungen für die Arbeitnehmer in den nächsten zwei Jahren ausfallen werden. Einem Bericht des Zentralen Wirtschaftsrats zufolge liegt die Grenze bei 0,4 Prozent. Das ist den Gewerkschaften zu wenig: “Das sind ein paar Euro pro Monat über die nächsten zwei Jahre”, hat der christliche Gewerkschaftsvorsitzende Marc Leemans ausgerechnet. 

Die Positionen der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände konnten Mittwoch nicht in Einklang gebracht werden.  

"Ein Aufschlag von 0,4 Prozent als Maximum für alle Unternehmen ist nicht realistisch", entgegnete Leemans. In der Gastronomie und im Eventsektor werde man diese 0,4 Prozent nicht erreichen: “Aber es gibt auch eine Reihe von Sektoren, denen es wegen der Corona-Epidemie gut geht und die sich wohl eine Tariferhöhung leisten können."  Im Radio nannte Leemans die Lebensmittel- und Pharmabranche.

Jetzt ist die Bundesregierung in den Sozialverhandlungen am Zug und wird ggf. selbst die maximale Spanne für Gehalts- und Lohnerhöhungen festlegen. 

Die Gewerkschaften üben Druck mit einem nationalen Aktionstag aus, um die Bevölkerung zu sensibilisieren und informieren.  

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