Am 26. Februar 1991 sollte die 10-jährige Nathalie Geijsbregts den Schulbus nehmen, seitdem ist sie verschwunden

Heute auf den Tag hätte Nathalie Geijsbregts 40 Jahre alt werden sollen, aber sie ist seit dem 26. Februar 1991 verschwunden, 30 Jahren also. Die Schülerin aus Leefdaal in Flämisch-Brabant wartete auf den Schulbus und wurde vermutlich entführt. Trotz mehrerer Spuren kam es nie zu einem Durchbruch. Nathalie wurde nie gefunden. 

Die Eltern von Nathalie Geijsbregts hatten ihre 10-jährige Tochter an der Haltestelle abgesetzt, damit sie mit dem Bus zur Schule fahren konnte. Wie sich später herausstellte, war sie nie in den Bus eingestiegen. Ein Zeuge will sie an der Bushaltestelle in einen grauen Toyota einsteigen gesehen haben. 

Unmittelbar nach dem Verschwinden starteten die Eltern von Nathalie (unten der Vater) eine große Suchaktion in der Nachbarschaft und verteilten massenhaft Fotos. Polizei und Gerichte suchten mit allen Mitteln nach einer Spur, aber ohne Ergebnis. 

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Jede Spur gründlich untersucht

Im Jahr 1999 erhielten die Ermittler einen wichtigen Hinweis. Ein Lastwagenfahrer, der in den Niederlanden wegen drei Kindermorden im Gefängnis saß, gestand einem Mitgefangenen, dass er Nathalie vergewaltigt und getötet hat. Zumindest behauptete das der Mitgefangene. Der LKW-Fahrer hat dies aber bei den Verhören nie zugegeben. Im September 2001 starb der Mann nach einem Unfall im Gefängnis. Das Gericht durchsuchte mehrere Orte, an denen der Mann Nathalies Leiche hätte ablegen können, aber ohne Erfolg. 

Als der Serienmörder Michel Fourniret im Juli 2004 gefasst wurde, glaubte man, auch den Täter im Fall Nathalie Geijsbregts gefunden zu haben. Der Verdacht konnte nicht erhärtet werden.  

Drei Jahre später wurde ein Mann aus Rotselaar wegen des Verdachts der Entführung verhaftet, aber aus Mangel an Beweisen und nachdem er einen Lügendetektortest bestanden hatte, wieder freigelassen.  

Spurensuche nach Nathalie Geijsbregts auf einem Bauernhof in Jodoigne 1991

2009 veröffentlichte Child Focus ein Foto von Nathalie, das sie um 20 Jahre gealtert zeigte, aber auch dieser neue Versuch brachte keine konkreten Hinweise.    

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Niemals die Hoffnung aufgeben

"Im Laufe der Jahre sind wir verschiedene Wege gegangen”, sagt Alain Remue (Foto unten) von der Vermisstenstelle: “Jedes Mal haben wir gründlich ermittelt. Jedes Mal, wenn ein neuer Fall auftauchte, wurde das Verschwinden von Nathalie Geijsbregts in diesem Zusammenhang untersucht, zum Beispiel der Fall Dutroux, Fourniret oder noch Ronald Janssen. Aber leider ergaben sich nie konkrete Ergebnisse”, sagte Alain Remue auf Radio 2 Flämisch Brabant.  

Dennoch will der Leiter der Suchstelle nach vermissten Personen die Hoffnung nicht aufgeben. "Diese Art von Fall ist nie abgeschlossen. Sie müssen bedenken, dass jederzeit neue Informationen auftauchen können”, sagt Remue: "Der Ermittlungsrichter und die Kripobeamten sind heute alle im Ruhestand. Aber wir sorgen dafür, dass der Kenntnisstand weitergegeben wird. 

"Wir können nie ausschließen, dass irgendwo jemand etwas weiß und es nie verraten hat. Vielleicht kann diese Person das schwere Geheimnis eines Tages nicht mehr ertragen oder führt ein Streit zwischen ehemaligen Komplizen zu Bekenntnissen des einen. Manchmal brauchen diese Täter oder Mitwisser auch einen Anreiz, wie zum Beispiel der Jahrestag des Verschwindens. 

Haben Sie weitere Informationen zum Fall Nathalie Geijsbregts? Dann kontaktieren Sie die belgische Bundespolizei über die kostenlose Nummer 0800/30 300 oder das Online-Hinweisformular. 

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