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Ende des Reiseverbots? 10er- statt 4er Kontaktblase? Kontaktberufe? Regierung muss heute entscheiden

Am Freitagnachmittag treffen sich die Vertreter der Bundes- und Landesregierungen, um über die weitere Verwaltung der Gesundheitskrise zu sprechen. Verschiedene Wirtschaftssektoren und Interessengruppen fordern Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Angesichts der schnell steigenden Infektionen mit der britischen Variante haben die Behörden wenig Spielraum. Die Bevölkerung hofft wenigstens auf Perspektiven für eine Normalisierung.

Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) versuchte bereits Anfang der Woche, die Erwartungen an den Beratungsausschuss am Freitagnachmittag zu dämpfen. Auf einer Pressekonferenz zusammen mit Wissenschaftlern versuchte er mit statistischen Modellen zu zeigen, dass es wenig Raum für eine Lockerung im März gibt. 

Outdoor-Kontaktblase

Vor allem mit Rücksicht auf junge Leute steht eine Erweiterung der Kontaktblase zur Debatte.  Bislang gilt, dass man sich nur mit 4 Leuten insgesamt draußen treffen darf. Ob die Anzahl für Outdoor-Aktivitäten in Gruppen auf 8 bis 10 Personen erhöht werden kann, z. B. für Treffen mit Freunden, Sport im Freien und kleine kulturelle Aktivitäten, steht auf dem Beratungsausschuss zur Debatte.  

James Arthur Photography

Urlaubsreisen

Ebenfalls zur Diskussion steht das Verbot von nicht notwendigen Reisen innerhalb der Europäischen Union. Anfang dieser Woche wurde Belgien von der EU-Kommission gerügt, weil Urlaubsreisen seit dem 27. Januar verboten sind. Ursprünglich sollte dieses Verbot bis zum 1. März gelten, aber im Beratungsausschuss vom 5. Februar wurde es stillschweigend bis zum 1. April verlängert.  

Die GEMS-Experten empfehlen unterdessen, das Verbot von nicht unbedingt notwendigen Reisen zu behalten, da Reisen nach wie vor eine Quelle für die neuen Corona-Varianten sind.  

Noch ist nicht sicher, ob die belgische Regierung das Verbot aufheben wird. Und falls doch, gelten immer noch strenge Quarantänemaßnahmen. Wer sich länger als 48 Stunden im Ausland aufgehalten hat, muss das Passenger Location Form ausfüllen und für 10 Tage in Quarantäne gehen und sich am ersten und siebten Tag testen lassen. 

Massagen, Schönheitspflege, Maniküre ...

Sicher ist, dass nach den Friseuren ab dem 1. März auch andere "nicht-medizinische Kontaktberufe" wieder arbeiten dürfen, u. a. Kosmetik-, Manikür- und Tattoostudios. Dieser Termin wurde bereits im Beratungsausschuss am 5. Februar festgelegt.  

Junge Leute und Studierende

Radio 2

Obwohl Bildung eine Befugnis der Gemeinschaften ist, muss der Beratungsausschuss seinen Segen geben. So hat der flämische Bildungsminister Ben Weyts (N-VA) in dieser Woche bereits in Aussicht gestellt, dass eintägige Schulausflüge ab Mitte März wieder erlaubt sein könnten. Grünes Licht gab es auch für den Vollzeit-Präsenzunterricht für alle Schüler und Schülerinnen im Sonderschul- und  Berufsschulunterricht. 

Präsenzunterricht in den Hochschulen steht ebenfalls auf der Tagesordnung. Studierende sollen wieder 20 Prozent - zwei halbe Tage oder einen Tag pro Woche - Präsenzunterricht bekommen. 

Ob Studierende, die in einer Wohngemeinschaft leben, auch als Kontaktblase gelten können, ist noch nicht entschieden. Wenn Studierende in einer WG als ein Haushalt betrachtet werden, dürfen Studierende nicht mehr zwischen ihrer WG und ihrem Elternhaus pendeln, denn dann ist die Gefahr gegenseitiger Ansteckung groß. 

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