Keine Lockerungen, Krankenhäuser dagegen müssen mehr Betten für Corona-Patienten freihalten

Die Bundes- und Landesregierungen in Belgien haben am Freitagnachmittag beschlossen, die Corona-Maßnahmen nicht zu lockern. Der Wiederanstieg der Neuinfektionen und der Krankenhauseinweisungen, womöglich eine Folge der ansteckenderen britischen Virusvariante, ermögliche zurzeit keine Lockerungen, sagte Premierminister De Croo (Open VLD). Nur die anderen Kontaktberufe (Schönheitspflege, Massagen usw.) dürfen ihre Aktivitäten erneut aufnehmen. Statt Lockerungen hat der Beratungsausschuss die Krankenhäuser angewiesen, die Hälfte der Betten auf den Intensivstationen ür Corona-Patienten freizuhalten.

Ab dem 8. März verdoppelt Belgien die Anzahl der bereitstehenden Betten für Corona-Patienten auf den Intensivstationen von 1.000 auf 2.000 Stück. Auch die anderen Krankenhausbetten für Corona-Patienten werden auf 4.000 Betten aufgestockt. Die Infektionszahlen steigen erneut. Seit einer Woche befinden sich 84 Patienten mehr auf einer Intensivstation (insgesamt 396 Betten mit Corona-Patienten in der Intensivmedizin laut der belgische Gesundheitsbehörde Sciensano).

Kalte Dusche

Prermier De Croo sagte, die Entscheidung falle ihm besonders schwer, insbesondere auch hinsichtlich der Lage, in der sich der Kultur- und Veranstaltungssektor und die Gastronomie befinde. Stattdessen rief er die Bevölkerung auf, in den kommenden Wochen extrem vorsichtig zu sein, damit die Ansteckungszahlen nicht weiter steigen. Lockerungen wären in der gegenwärtigen Situation besonders rücksichtslos und voreilig gewesen, erklärte De Croo.

Der flämische Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA) bekräftigte die Entscheidungen des Beratungsausschusses und rief seine Mitbürger auf, die Arme nicht fallen zu lassen. Auch er hätte es gerne anders gesehen.

1 Woche Time-out

Ende nächster Woche tritt der Beratungsausschuss erneut zusammen, in der Hoffnung, dass sich die Epidemiezahlen binnen dieser Woche beruhigen und dann wohl Lockerungen möglich sind.

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