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Krisenzentrum über Corona-Zahlen: 53 % Ansteckungen durch britische Virusvariante

Laut Sciensano-Virologe Steven Van Gucht erfolgen 53 Prozent der Corona-Ansteckungen aktuell über die britische Variante. Aus den Statistiken geht auch hervor, dass Infizierte im Schnitt 3,2 Risikokontakte hatten. 

"Der Anstieg der Infektionszahlen und der gleichzeitige Rückgang der Corona-Tests deutet klar auf eine höhere Zirkulation des Virus”, erklärte der Virologe Steven Van Gucht auf der Pressekonferenz des belgischen Krisenzentrums zu den Corona-Zahlen. “53 Prozent der Infektionen werden von der britischen Mutante verursacht. In der Woche davor waren es nur 38 Prozent.”  

Laut Van Gucht könnte nicht nur die Verbreitung der britischen Variante für den gegenwärtigen Anstieg der Infektionszahlen verantwortlich sein, sondern auch der steigende Unwille, die Maßnahmen einzuhalten. "Aus der Kontaktumfrage geht hervor, dass Infizierte im Schnitt 3,2 Risikokontakte gemeldet haben. Das ist ein Drittel mehr als im November. "Die Begrenzung der zwischenmenschlichen Kontakte bleibe also am wichtigsten", schlussfolgerte der Virologe. 

Schönes Wetter in den letzten Tagen lockte alle in den Stadtpark von Leuven.
Foto: Francis Engelen

Auch die mit Corona-Patienten belegten Betten auf Intensivstationen nehmen zu. Diese Entwicklung könne auf einige lokale Infektionsherde in den Krankenhäusern selbst zurückzuführen sein, aber das werde noch untersucht. 

Van Gucht unterstrich auf der Pressekonferenz am Freitagmorgen auch, dass der Rückgang der Todesfälle vor allem auf die positivere Situation in den Pflegeheimen zurückzuführen ist. 

Wer Grippesymptome habe, solle sich auf jeden Fall testen lassen. "In 40 Prozent der Fälle haben diese Menschen eine Corona- und keine Grippeinfektion. Es sei dies wahrscheinlich das erste Jahr seit Beginn der Messungen, in dem es keine Grippewelle gegeben habe", sagte Van Gucht. 

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