Zehntausende AstraZeneca-Impfdosen noch nicht verabreicht wegen instabiler Lieferung

In Belgien werden zurzeit über 200.000 Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca gelagert. Nur 67.000 Impfdosen davon wurden inzwischen an die Impfzentren verteilt. "Ich weiß nicht, warum, wir nur auf Impfstoffe warten", klagte Jan Stroobants, Koordinator des Impfzentrums Spoor Oost auf Radio 1. Die belgische Impf-Taskforce erklärt den Zustand durch die instabile Lieferungen von AstraZeneca.

Trotz der Lieferprobleme hat AstraZeneca mehr Impfdosen nach Belgien geliefert als ursprünglich erwartet. Belgien hat inzwischen etwas mehr als 200.000 Dosen von AstraZeneca geliefert bekommen. Das berichtet die britische Tageszeitung The Guardian und wurde von der belgischen Arzneimittelagentur bestätigt. Diese Behörde bestätigte auch, dass bisher nur 67.000 Dosen an die Impfzentren und Krankenhäuser in Belgien verteilt worden sind. Jan Stroobants, Notarzt im Antwerpener Middelheim-Krankenhaus und Koordinator des Antwerpener Impfzentrums Spoor Oost, reagiert überrascht. 

Impfzentrum-Koordinator: Wir haben nichts zu tun

"Ich weiß nicht, warum sie nicht alle verteilt werden", sagte Stroobants (Foto unten) in De ochtend auf Radio 1. "Wir warten die ganze Zeit auf Impfstoffe (...) Für nächste Woche ist unser Terminkalender leer (...)." Laut Stroobants braucht das Impfzentrum nur ein paar Tage, um die Leute einzuladen. 

Behörden müssen Lieferverzögerungen einkalkulieren

Joris Moonens vom flämischen Gesundheitsamt Agentschap Zorg en Gezondheid (Foto unten) erklärte, dass die Vorlaufzeit länger sei und diese normalerweise zwei Wochen betrage: “Sie müssen genug Zeit haben, um die Leute zum Impfzentrum einzuladen. Und das geht erst, wenn die Impfstoffe tatsächlich in Flandern sind. Sonst fordert man möglicherweise Leute auf, sich impfen zu lassen, und treffen diese Dosen vielleicht nie ein.”  

Die Bundesregierung habe auch einen Puffer wegen der höchst instabilen Lieferungen bei  AstraZeneca eingebaut: “Es gibt große Schwankungen bei den gelieferten Volumen, weswegen wir die Impfungen gleichmäßig über mehrere Wochen verteilen wollen", so Moonens von der flämischen Gesundheitsbehörde.  

Auch Impf-Taskforce klagt über AstraZeneca

Dirk Ramaekers, Leiter der Impf-Taskforce (Foto unten), bestätigt die Erklärungen von Joris Moonens: "Sobald die Impfstoffe eintreffen, werden sie eingeplant und die Regionen über die Anzahl informiert." Die Bearbeitungszeit liege bei einer Woche bis zwei. Laut Ramaekers sind die Impfstoffe gerade erst in Belgien geliefert worden, aber wohl bereits an Gruppen zugewiesen worden.  

Aber die Lieferung von AstraZeneca sei nicht stabil, klagt auch der Taskforce-Leiter: “Also ist auch die Planung der Impfungen für die nächsten Wochen nicht stabil. Wenn wir im zweiten Quartal mehr Impfstoffe haben, können wir auch in den Impfzentren selbst einen Vorrat anlegen.” 

AstraZeneca hat bereits mitgeteilt, dass sie nur die Hälfte der geplanten Stückzahlen liefern können, auch in andere europäische Länder. "Europa hat auch hier ein klares Zeichen gesetzt. Dass es nicht der Vereinbarung entspricht. Wir hoffen, dass die Zahlen in den kommenden Monaten steigen werden", so Ramaekers von der belgischen Impf-Taskforce. 

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