Auf Belgiens Straßen tötet oder verletzt Nebel jedes Jahr mehr als 160 Verkehrsteilnehmer

Es gibt nur etwa 40 Nebeltage im Jahr in Belgien, aber sie verursachen 160 Tote oder Verletzte auf unseren Straßen, teilte VIAS am Samstag mit. VIAS, das Institut für Verkehrssicherheit erinnert an die dramatische Massenkarambolage, die sich auf den Tag genau vor 25 Jahren bei dichtem Nebel auf der E17 zwischen Gent und Kortrijk ereignete (oben, Archivbild). Mehr als 200 Fahrzeuge waren beteiligt. Bei dem tragigischen Unfall starben 10 Menschen und es wurden 56 Personen schwer- und 30 leichtverletzt. Viele Fahrzeuge brannten aus. 

VIAS weist darauf hin, dass paradoxerweise die Schwere der Unfälle bei Nebel fast doppelt so hoch ist wie im Durchschnitt bei anderen Unfällen (34 Tote pro 1.000 Unfälle im Vergleich zu 18), obschon die Verkehrsteilnehmer wegen Nebel eigentlich langsamer fahren sollten, was theoretisch die Schwere der Unfälle verringern müsste.

Etwa 80 % der Nebelunfälle ereignen sich zwischen Oktober und März, stellt das Institut für Verkehrssicherheit fest. Für VIAS gibt es dafür zwei Hauptgründe: die Überschätzung von Entfernungen und das so genannte Staubsaugerphänomen.

Was das erste Phänomen betrifft, so wird bei Nebel die tatsächliche Entfernung zu einem Hindernis im Durchschnitt um mehr als 50 % überschätzt. Konkret: Wenn ein Fahrer etwas weniger als 10 Meter von einem anderen Fahrzeug entfernt fährt, schätzt er, dass er noch 20 Meter entfernt ist. Das erklärt, warum Autofahrer bei Nebel oft nicht den Sicherheitsabstand einhalten, erklärt das Institut.

Das Staubsaugerphänomen erklärt sich dadurch, dass der Fahrer, um sich nicht zu verfahren und die Lichter des vor ihm fahrenden Fahrzeugs weiterhin zu erkennen, dazu neigt, näher an dieses heranzufahren. Ein Autofahrer, der ein sich von hinten näherndes Fahrzeug sieht, neigt dazu, aus Angst, von hinten angefahren zu werden, zu beschleunigen. Anstatt sich also zu verlangsamen, nimmt die Geschwindigkeit des Verkehrs zu, so Vias abschließend. Wenn es dann zu Auffahrunfällen kommt, sind die Konsequenzen entsprechender massiver.

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